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Beate Hemmerlein

Doris Engelhart – Sezessionisten Gattin, Künstlerin und Mutter

10. Januar 2025/in Carl Ferdinand Ritter Mautner von Markhof /von Beate Hemmerlein

Doris Engelhart, Marmorbüste von Josef Engelhart, 1905

Dorothea „Doris“ (*Wien 8.4.1871, † Wien 10.8.1967) wurde als siebentes Kind von Carl Ferdinand Mautner von Markhof und letztes Kind seiner ersten Ehefrau Johanna Leopoldine Kleinoschegg (* Graz 6.8.1846, † Wien 28.6.1872) geboren. Der frühe Verlust der leiblichen Mutter hatte sie zeitlebens geprägt, obwohl sie ihrer Stiefmutter Editha Sunstenau von Schützenthal immer das beste Zeugnis ausgestellt hatte; diese scheint stets bemüht gewesen zu sein, den sieben Kindern aus erster Ehe ihres Mannes die Mutter liebevoll zu ersetzen. Sie besuchte das „Sacré Coeur„, wo sie ausgezeichnete Französischkenntnisse erwarb und dank einer irischen Gouvernante darüber hinaus ein sehr gepflegtes doch etwas altertümliches Englisch sprach. Auch war sie auf dem Gebiet der bildenden Künste begabt. Bestickte Bänder und phantasievoll gemalte Kinderbücher waren unter anderem Ausdruck ihrer Kreativität.

Dorothea „Doris“ Mautner von Markhof (links) mit Schwester

Doris mit ihrem Vater Carl Ferdinand Mautner von Markhof, 1894

Doris ältere Schwestern (aus Carl Ferdinands Ehe mit Leopoldine Kleinoschegg) heirateten durchwegs Angehörige des höheren Adels. Auch für Doris war die Ehe mit einem hoch verschuldeten adeligen Offizier vorgesehen gewesen. Ungeachtet aller bereits getroffenen Vorbereitungen (Aussteuer, Verlobungsfeier) widersetzte sie sich jedoch letztlich dieser Heirat mit der Begründung, dass sie den Betreffenden nicht liebe. Dieser, angesichts seines nunmehr aussichtslosen finanziellen Ruins, hatte daraufhin Selbstmord begangen. Dorothea war eben bereits von ihrer umsichtigen und emanzipierten Stiefmutter erzogen worden und verkehrte lieber in Kreisen der Kunst und Wissenschaft. So scheint es fast unausweichlich, dass sie sich in Josef Engelhart verliebte, dessen elterlicher Garten direkt an den der Mautner Markhofs im 3. Wiener Gemeindebezirk angrenzte. Carl Ferdinand hatte im Park seines Landstraßer Anwesens auf einem Hügel ein kleines hölzernes Blockhaus im alpenländischen Stil als Spielhaus für seine Kinder errichten lassen. Ebendort befand sich eine Schaukel, die es auch Doris ermöglichte, über den Zaun in den Garten des Engelhart´schen Hauses Steingasse 11 – 13 zu blicken und sich dabei in den feschen Jüngling Josef zu verlieben. Nichts konnte in Folge die Verbindung zwischen den beiden verhindern. Insbesondere eine förmliche Visite Carl Ferdinands bei Josefs Mutter Maria Engelhart, geborene Apfelthaler, blieb erfolglos. Carl Ferdinand war über den Antrag des progressiven Künstlers wenig erfreut und seine Ablehnung verursachte Kränkung auf beiden Seiten der Verliebten. Dorothea wurde für einige Jahre nach München geschickt – zur Vervollkommnung ihrer künstlerischen Ambitionen – wie es hieß. Josef ging nach Paris, um dort viele seiner bedeutendsten Werke zu schaffen. Die Unmöglichkeit ihres Vorhabens hatte die beiden jungen Menschen nur noch mehr zusammen geschweißt und es war auch während dieser Zeit zu mehreren geheimen Treffen gekommen. Die Hartnäckigkeit trug ihre Früchte und so stand auch Carl Ferdinand einem neuerlichen Antrag nicht mehr im Wege. Ein Segen für die Nachwelt, denn, so hatte Josef Engelhart in sein Tagebuch geschrieben „…sollte die Doris nicht meine Frau werden können, dann würde ich auch die Kunst wegwerfen, weil ich an ihr keine Freude mehr haben könnte…“. Am 22.11.1895 kam es schließlich zur Vermählung. Ihre gemeinsame – sehr verspätete – Hochzeitsreise führte sie nach Ägypten, wo sie u. a. eine Mumie samt großem Sarkophag erwarben, die bis nach dem Tod ihres Sohnes Michel im Atelier von Josef Engelhart stand, ehe sie im Nachlass veräußert wurde.

Josef und Doris Engelhart, 1895

Das junge Paar führte dann eine sogenannte Künstlerehe, in der es im Gegensatz zu denen der meisten ihrer Schwestern nicht sehr vornehm zuging. Ihre Tochter Josefine schreibt in der Familienchronik: Da sich mein Vater hauptsächlich im Atelier aufhielt, entstand ein Eigenleben – ja man könnte sagen, daß sowohl der Künstler als auch die Familie eine Art Eigendynamik entwickelte, die zu einer Entfremdung führen musste. Mein Vater war nie ein Familienvater, sondern immer nur Künstler. Engelhart selbst wurde vor allem durch seine zahlreichen Bilder von Wiener Typen bekannt, er war aber auch ein erfolgreicher Bildhauer und entwarf gemeinsam mit Jože Plečnik anlässlich des 60. Geburtstags von Karl Lueger den Karl-Borromäus-Brunnen vor dem Bezirksamt Landstraße und das Waldmüllerdenkmal im Rathauspark.

Josef Engelhart, im Hintergrund das Waldmüllerdenkmal im Rathauspark

Selbstportrait Josef Engelhart, 1913

Josef Engelhart beim Modellieren einer Statue des Ensembles des Karl-Borromäus-Brunnens vor dem Amtshaus in 1030 Wien

Waldmüller Denkmal, Rathauspark Wien von Josef Engelhart. Das Mädchen ist seine älteste Tochter Liesi, das Baby im Arm stellt seine jüngste Tochter Josefine dar.

Josef Engelhart

Die Ablehnung seines Bildes „Die Kirschpflückerin“ durch das Künstlerhaus war Anlass für die Gründung der Wiener Sezession. In seinem Atelier trafen sich bei ausschweifenden Festen die „jungen Wilden“ der Wiener Secession, unter anderem Kolo Moser, der auch den Kachelschmuck an der Fassade entworfen hatte.

Im Laufe der Ehe verschlechterte sich auch Engelharts Verhältnis zu seiner Schwiegermutter zusehends, da diese der Meinung war, dass er ihre Tochter zu sehr unterdrückte. Hatte ihr Josef zu Beginn noch erlaubt sich künstlerisch zu entfalten, so verbot er ihr und dem gemeinsamen Sohn in weiterer Folge das Zeichnen „In dieser Familie gibt es nur einen Maler, und der bin ich!“, was in den Augen einer engagierten Frauenrechtlerin natürlich völlig inakzeptabel war.

Blick aus dem Fenster ihres Münchner Ateliers, Pastell von Doris Engelhart, 1895

Josef Engelhart, Porträt und Karikatur von Doris Engelhart, Aquarell 1896

Slovakische Amme mit Sohn Michel und Blick von Schloss Rodaun nach Perchtoldsdorf, Doris Engelhart 1897

Doris und Josef hatten sechs Kinder. Beider Sohn Prof. Dipl.-Ing. Dr. Michel, das älteste, wurde später ein bekannter Architekt und Professor an der Technischen Hochschule, der sich nach 1945 beim Wiederaufbau des Zuschauerraums im Burgtheater, des Tiergartens Schönbrunn, des Stiftes Melk und des Palais Schwarzenberg auszeichnete. Elisabeth „Lisi“, die Zweitgeborene, ehelichte den Physiker und Radiotechniker Univ.-Prof. Dr. Robert Ettenreich (Mitbegründer der Wiener Radiowerke und Urenkel Josef Ettenreichs, des Lebensretters von Kaiser Franz Joseph I.). Susanne „Susi“ war Schauspielerin und mit dem Arzt Georg Spornberger verheiratet. So wie Michel, hatten auch die weiteren Töchter Christine „Christl“, Maria „Maridl“ und Josefine „Pepi“ keine Nachkommen.

Die Familie lebte in der Steingasse, wo sie während des Ersten Weltkrieges ein Lazarett eingerichtet hatte. Geschlossen wurde es jedoch, als Tuberkulose ausbrach und man die Ansteckung der Kinder befürchten musste. Josef musste sich während des Krieges auch als Kriegsmaler verdingen, was ihm aber wiederum den Franz-Joseph-Orden für besondere Verdienste einbrachte. Da sein Vermögen aber – wie das so vieler – durch Kriegsanleihen verpuffte, war er nach der Niederlage Österreich-Ungarns gezwungen, jeden Auftrag aus Geldnot heraus anzunehmen.

Christl, Liesi, Michel und Maridl Engelhart, 1905

Josef und Dorothea Engelhart mit KIndern

Beide hatten schließlich ihre letzten Jahre – bei Dorothea waren es zwanzig, bei Josef weit weniger – getrennt voneinander, aber in Frieden miteinander, verbracht. Doris selbst bewohnte gegen Ende äußerst bescheiden, gemeinsam mit ihrer jüngsten Tochter Josefine „Peperl“ Engelhart, eine sehr kleine, durch eine enge Wendeltreppe erreichbare Wohnung in dem Biedermeier Zinshaus Landstraßer Hauptstraße 112 („Haus zum Kometen), das ursprünglich Bestandteil des Vermögens ihres Vaters gewesen war. Die Liegenschaft ging durch Schenkung an Josefine über, die diese dann veräußerte und auch der Errichtung einer Tankstelle im Innenhof zustimmte.

Doris und Josef Engelhart

Doris Engelhart

BERICHT VON JOSEF „JUSSI“ AZIZI, 2025

„Ich habe sie persönlich noch wirklich gut gekannt und sehr lieb gehabt. Wir nannten Sie „Omama“, obwohl sie eigentlich unsere Urgroßmutter war. Sie starb im Sommer 1967, als ich schon 19 Jahre alt war. Zu ihren zahlreichen Schwestern unterhielt sie durchwegs sehr freundliche Kontakte. Ein besonders inniges Verhältnis hatte sie meiner Wahrnehmung nach zu Tante Hertha Jäger, mit der sie immer wieder zusammentraf. Mir selbst war sie so ans Herz gewachsen, dass ich nach wie vor alljährlich an ihrem Geburtstag, den 8. April, an sie denke und dieses Datum immer noch in meinem Taschenkalender notiert habe.

Doris Engelhart war zeichnerisch und malerisch hoch begabt. Sie lernte in erster Linie bei Tina Blau, ferner u.a. auch bei Alfred Roller und später an der Münchner Kunstakademie. Jede Woche kam sie zu meinen Eltern – mitunter auch zu meiner Großmutter Lisi Ettenreich – zu einem jour fixe-Mittagessen. Sie war außerordentlich phantasiebegabt und erfand die wunderbarsten Märchen, die sie über die Zeit hinweg fortspann und uns Kindern als bezaubernde Fortsetzungsgeschichten von Woche zu Woche weitererzählte.

Für jedes von uns Kindern verfasste sie liebevoll von ihr selbst gereimte und bunt illustrierte Kindergeschichten, von denen ich einige noch heute besitze. Sie kannte und rezitierte manchmal verschiedenste Gedichte auswendig und war sehr musikalisch; ganz selten habe ich sie auch zart und behutsam ohne Noten einige Takte Klavier spielen gehört.    

Sie erzählte uns immer wieder aus ihrer Kindheit (aus ihrem Elternhaus und dem Sacré Cœur). Darunter die traurige Episode, dass ihr Bruder Victor (als einziger Bub neben 9 Schwestern wohl ein „enfant terrible“) in seinem Übermut einer Gouvernante mit einem gezielt geworfenem Föhrenzapfen (vulgo „Bockerl“) einst ein Auge ausgeschlagen hatte. Ein anderes Mal erwähnte sie, dass es in der Klosterschule jeden Freitag einen ganz abscheulichen Fisch zu essen gegeben hatte. Heimlich ließen ihre Schwester und sie ihre Portionen jeweils unter dem nächstgelegenen Tischbein verschwinden. Kein Wunder, dass die Tische allmählich zu wackeln begonnen hatten, begleitet von üblem Geruch, der natürlich auch den Klosterschwestern nicht entgehen konnte. Ein weiteres Ereignis, von dem sie berichtete, betraf eine ihrer älteren Schwestern, die als besonders schön gegolten hatte (leider ist mir der Name entfallen): Beim Spielen auf der Wiese des Sacré Coeur schlug ihr ein Ball beide oberen Schneidezähne aus. Todunglücklich darüber, ließ Carl Ferdinand Mautner von Markhof das gesamte Parkareal der Schule sperren und entsandte zwei Dutzend Männer, um alles systematisch nach ihnen zu durchsuchen. Schließlich fanden sich die verlorenen Schneidezähne und wurden der armen Schwester wieder zahnärztlich eingesetzt. Allerdings eiterte die Operationswunde bald darauf ganz schrecklich und die Zähne mussten wieder entfernt werden.

Eine weitere Anekdote über meine Urgroßmutter kenne ich nur aus Erzählungen anderer Verwandter. Dass sie in ihrer Jugend eine Zeit lang mit dem Dichter Hugo von Hofmannsthal befreundet gewesen war und mit ihm Ausritte in den nahe gelegenen Prater unternommen hatte, mag zutreffen. Dass sie aber von dem zwei Jahre jüngeren Hofmannsthal einen Heiratsantrag erhalten haben soll, halte ich für einigermaßen erstaunlich. Angeblich machte er ihr den Antrag während eines gemeinsamen Ausrittes und sie versprach ihm Antwort bis zum nächsten Mal. Als er sie daraufhin wieder abholen wollte, empfing sie ihn angeblich im Reitkleid mit Zylinder im Damensitz hoch zu Pferd. An einem Finger befestigt schwebte ein Luftballon. Anstelle einer Antwort soll sie mit den Worten „J´ai là mon Hugues!“ auf den Ballon gedeutet haben (was so viel bedeutete wie „Da hab´ ich schon meinen Hugo, mehr als ein Ballon bedeutest du mir nicht!“). Nach dieser Kränkung fanden die gemeinsamen Ausritte ein abruptes Ende. Da ich meine Urgroßmutter nur als liebe- und rücksichtsvollen Menschen kannte, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie in ihrer Jugend dermaßen arrogant und herzlos gewesen sein soll.

Neben ihrer vielen Begabungen war Dorothea auch eine gute Schachspielerin. Vor allem aber war sie – in aller Bescheidenheit und Unaufdringlichkeit – durch und durch eine wirkliche Dame in des Wortes ursprünglicher Bedeutung. Mit anderen Worten: man konnte ohne jeden Zweifel sicher sein, dass sie sich allein und im stillen Kämmerlein oder in völliger Finsternis ebenso elegant, wohlerzogen und edel verhalten würde, wie in Gegenwart anderer Personen. Als ich sie im hohen Alter kannte, hatte sie ihr gesamtes Vermögen verloren oder verschenkt und musste von ihrem Sohn erhalten werden. Dessen ungeachtet ließ sie es sich partout nicht nehmen, nach unseren wöchentlichen Mittagessen der Köchin unserer Familie regelmäßig ein Trinkgeld zu geben.

Meine Urgroßmutter ist mir als überaus feinsinniger und herzensguter Mensch in Erinnerung geblieben. Sie war tief religiös, besuchte jeden Tag die Messe und war Mitglied einer Konferenz des Vereins vom Hl. Vinzenz von Paul („Vinzenz von Paul-Gesellschaft“). Als sie schon weit über 80 Jahre alt war, gelobte sie, fortan nicht mehr auf die bereits abfahrende (damals noch offene) Straßenbahn aufzuspringen. Ihre zierliche Gestalt, stets in bodenlange tief schwarze Gewänder und mit einem kleinen schwarzen Strohhut gekleidet, wirkte so unscheinbar, dass sie jahrelang in der Straßenbahn vom Schaffner übersehen wurde. Mit 90 Jahren gelobte sie, nicht mehr als blinde Passagierin „schwarz zu fahren“, und drängte sich auch durch überfüllte Straßenbahnwaggons bis zu dem Schaffner, um ihren Fahrschein entwerten zu lassen.

Hoch betagt wurde sie Opfer eines Verkehrsunfalls: ein Taxi mit überhöhter Geschwindigkeit kollidierte mit ihr und schleuderte sie dabei hoch in die Luft. Bei dem anschließenden Strafprozess verzichtete sie jedoch auf jeglichen Schadenersatz einschließlich der erheblichen Spitalskosten. Ihr Sohn, mein Großonkel Michel Engelhart, war darüber sehr verärgert, weil ja nun er die Heilungskosten zu tragen hatte. Auf seine Frage, warum sie auf Schadenersatz durch den Taxifahrer verzichtet habe, antwortete meine Urgroßmutter: „Ich habe gehofft, dass ich dadurch seine Seele rette.“ 

Als ich im Alter von vier Jahren mit schwerer beidseitiger Nierenentzündung – dem Tode näher als dem Leben – wochenlang im Spital lag, war mein liebster Gefährte eine von meiner „Omama“ eigens für mich genähte Stoffpuppe. Diese trug den Namen Abbas (nach einem persischen Cousin von mir). Der Umstand, dass ich aus hygienischen Gründen diese Stoffpuppe nach meiner unverhofften Rettung und Genesung im Spital zurücklassen musste, blieb mir bis heute in sehr schmerzhafter Erinnerung.

Doris Engelhart am Heustadlwasser, Pastellzeichnung von Josef Engehart, 1896

Doris Engelhart mit Sohn Michel und slovakischer Amme im Park von Schloss Rodaun, Gemälde von Josef Engelhart, 1897

Doris Engelhart, Paneel-Bild von Josef Engehart

Doris Engelhart (geb. Mautner von Markhof), Gemälde von Alfred Roller.

Dorothea „Doris“ Engelhart

Dorothea „Doris“ Engelhart

Dorothea „Doris“ Engelhart geb. Mautner von Markhof

Dorothea „Doris“ Engelhart

Doris Engelhart, aufgenommen von ihrem Urenkel Josef Azizi

Nargess Azizi (Urenkelin von Josef Engelhart), Bleistift- und Aquarellzeichnung von Doris Engelhart, 1957

Beate Hemmerlein

Familie Mautner Markhof – Pioniere im österreichischen Golfsport

29. Juli 2024/in Allgemein /von Beate Hemmerlein

Mit Manfred I. Mautner Markhof konnte der ÖGV nicht nur den damals führenden Unternehmer Österreichs, sondern auch einen gestandenen Golfer als Präsident gewinnen. Er hatte bereits in den 1920er Jahren auf Brioni mit dem Golfspiel begonnen, wo er seine spätere Ehefrau Maria Kupelwieser kennengelernt hatte. Maria „Pussy“, die Enkelin des Begründers von Brioni, Paul Kupelwieser, war, fast könnte man sagen naturgemäß, ebenfalls eine sehr gute Golferin, da sie den Golfplatz auf der Insel quasi vor der Haustüre hatte. Der Golfclub Brioni wurde 1923 Pauls Sohn Karl/Carlo gegründet, wobei es auch Hinweise gibt, dass es schon vor dem Ersten Weltkrieg Golfer auf Brioni gegeben hatte (eventuell hat bereits 1911 ein Golfclub bestanden). Tatsache ist, dass es sich ab 1923 um den größten 18-Loch-Platz gehandelt haben soll. Das Par betrug 75 und wurde später auf 77 erhöht. Sein Architekt war niemand geringerer als Tom Simpson, der zu seiner Zeit zu den berühmtesten Golfplatzarchitekten Europas zählte. Brioni hatte zwar den Vorteil durch die Klimabegünstigung auch im Winter bespielbar zu sein, aber im Sommer litt die Qualität des Platzes, da es oft monatelang nicht regnete. Eine Besonderheit waren die Sand Greens, die den Spielern oft zu schaffen machten.

Sand Green/Golfplatz Brioni

So gut Maria spielte, an die Spielstärke ihres Mannes kam sie nicht heran: Trotz seiner vielseitigen Verpflichtungen hatte Manfred I. es zu einem erstaunlichen Handicap von – 6 gebracht. Seine Spuren hinterließ er auch in der Freudenau, indem er von 1946 – 1950 als Gründungspräsident des damals neuen Golfclubs Wien fungierte. Da der Club seine Heimstatt nicht mehr in der Nähe des Trabrennplatzes Krieau finden konnte, war es nach langen Bemühungen um ein eigenes Gelände gelungen, in auf den ehemaligen Pologründen in der Freudenau zu etablieren. Ab 1950 war es dann möglich auf dem Platz, der den Golfsport im Österreich der Nachkriegszeit dominieren sollte, ein wenig die Schläger zu schwingen; putten konnte man damals vorerst nur auf provisorischen Grüns.

Manfred I. Mautner Markhof bei der Preisverleihung der Internationalen Österreichischen Golf Meisterschaften, Dellach 1950

Übertroffen wurde Manfred I. innerhalb der Familie dann aber doch – nämlich von seinem Neffen Hugo Hild (1925 – 1982), dem Sohn seiner Schwester Margarethe (1899 – 1939), den er 1949 in Dellach zum Golfen verführte und der in den 1950er Jahren fünffacher Staatsmeister wurde. Hugo, Generalkonsul von Monaco und Inhaber einer Flugzeugvertretung, begeisterter Sportflieger und Tennisspieler, hatte in seinem Leben noch nie zuvor einen Golfschläger gesehen, als sein Onkel Manfred ihm mit den Worten „Wenn du den Ball triffst, bekommst du 100 Schilling“ ein Holz in die Hand drückte. Er traf und Manfred I. war um 100 Schilling ärmer, was in vermutlich wenig tangierte, da sein Neffe bereits wenig später Österreichs bester Golfspieler war. Er holte den Staatsmeistertitel 1952, 1953, 1954, 1956 und 1957, war Mitglied der Nationalmannschaft und vertrat Österreich bei den Weltmeisterschaften 1958 (St. Andrews/Schottland) und 1960 (Philadelphia) sowie bei den Europameisterschaften 1961 (Brüssel), 1963 (Falsterbo/Schweden), 1965 (Sandwich/England), 1967 (Turin) und 1969 (Hamburg). Bei den Weltmeisterschaften 1960 hatte Hugo die Gelegenheit bei einer Übungsrunde mit Jack Nicklaus zu spielen, welchem er 5 Dollar Siegesgeld abnahm (Nicklaus spielte nur eine 80), die er ab da immer in seiner Geldbörse mitgeführt hatte. Als Funktionär engagierte auch er sich für den Golfclub Wien, für den er von 1961 bis zu seinem Tod als Vizepräsident tätig war. Sowohl seine Gattin Isabelle als auch seine Kinder wurden begeisterte Golfer. Hilds „Lieblingsgegner“ war Univ. Prof. Dr. Paul Kyrle (1915 – 1979), der bereits um 1937 mit dem Golfspiel begonnen hatte und ihm 1955 den Staatsmeistertitel abnehmen konnte, womit Hugos Siegesserie einmalig unterbrochen worden war.

Beate Hemmerlein

Déjeuners, Soupers, Dîners bei Mautner von Markhof (1880 – 1903)

20. Juli 2024/in Allgemein /von Beate Hemmerlein

Menübuch der Delikatessenhandlung „H. Fournier“, 1010 Wien Tuchlauben 11

Dîner für 12 Personnen. Bestellung von Adolf Ignaz Mautner v. Markhof für den 4. März 1880.

Das umfangreiche Menübuch der Delikatessenhandlung „H. Fournier“, 1010 Wien Tuchlauben 11, die auch auf elegantes Catering spezialisiert war, enthält jeweils auf einer Seite Name des Gastgebers, Datum der Veranstaltung, Adresse (ab ca. 1900), Anzahl der Gäste und bis ca. 1885 auch Preis pro Person sowie genaue Beschreibung der Speisefolge (meist ohne Getränke).

Die handschriftlichen Bücher stellen sowohl eine interessante Quelle zur Haute Cuisine als auch zum Gesellschaftsleben des späteren 19. und frühen 20. Jahrhunderts dar. Im Kundenverzeichnis finden sich neben zahlreichen Namen des Hochadels und der Hochfinanz auch einzelne Wissenschaftler, Künstler und Industrielle so wie die Familie Mautner von Markhof: Graf Beust, Graf Berchtold, Baron Todesco, Baron Pereira, Prinz Liechtenstein, Frau von Hofmannsthal, Baron Sina, Graf O‘Sullivan, Frau von Ephrussi, Graf Zichy, Gräfin Andrássy, Frau von Gutmann, Frau von Przibram, Professor (Theodor) Billroth, (Heinrich) von Angeli, Baron Suttner. Herr Mautner von Markhof, Frau von Reininghaus, Graf Schönborn, Erzherzog Johann Salvator (Johann Orth), Herr von Dumba, Gräfin Gallenberg, Frau von Gomperz, Franz von Schnapper. Direktor Blum, Frau Katharina Schratt, Graf Sylva-Tarouca, Frau Miller von Aichholz, Fräulein von Schönerer, Fürst Batthyány, Graf Wallwitz, Graf Montecuccoli, Arthur Krupp, Frau von Karajan, Baron Paul Schey, Philipp von Schöller, Baron Drasche, Baron Ludwig Oppenheimer, Graf Schwerin, Graf Rudolf Kinsky, Gräfin Kolowrat, Fürst Wrede, Gräfin Razumovsky, Gräfin Haugwitz, Graf Vrints, Fürst Solms-Braunfels, Graf Dubsky, Wilhelm Kuffner u. v. a.

Dîner du 21 mars 1882 pour Monsieur A. Mautner v. Markhof (14 personnes)

Dîner du 25 décembre 1882 pour Monsieur Mautner v. Markhof (Landstraße, 18 personnes)

Dîner du 7 janvier 1883 pour Madame Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 20 personnes)

Dîner du 20 janvier 1883 pour Madame Mautner v. Markhof (Landstraße, 14 personnes)

Dîner du 11 décembre 1883 pour Monsieur Mautner v. Markhof (St. Marx, 22 personnes)

Dîner du 3 janvier 1884 pour Herrn Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 30 personnes)

Dîner du 21 janvier 1884 pour Monsieur Mautner de Markhof (St. Marx, 10 Personnes)

Dîner du 4 février 1884 pour Herrn Mautner v. Markhof (St. Marx, 15 personnes)

Dîner du 23 février 1884 pour Monsieur Mautner v. Markhof (St. Marx, 11 personnes)

Buffet du 24 février 1884 pour Monsieur Mautner v. Markhof (St. Marx)

Dîner du 23 octobre 1884 pour Herrn Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 14 personnes)

Déjeuner dinatoire du 4 novembre 1884 pour Frau Mautner v. Markhof (St. Marx, 67 personnes)

Souper du 17 décembre 1884 pour Frau Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 50 personnes)

Souper du 27 décembre 1884 pour Monsieur Mautner v. Markhof (St. Marx, 70 personnes)

Dîner du 28 décembre 1884 pour „Baronin“ Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 25 personnes)

Dîner du 28 février 1885 pour Herrn Mautner v. Markhof (St. Marx, 10 personnes)

Déjeuner dinatoire du 8 avril 1885 pour Herrn Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 100 personnes)

Dîner du 13 avril 1885 pour Herrn Mautner v. Markhof (St. Marx, 18 personnes)

Bal du 18 janvier 1886 pour Herrn Mautner v. Markhof (St. Marx, 180 personnes)

Dîner du 23 février 1886 pour Herrn Mautner v. Markhof (St. Marx, 16 personnes)

Dîner du 20 mars 1886 pour Herrn Mautner v. Markhof (St. Marx, 17 personnes)

Déjeuner de noce le 20 novembre 1886 pour Frau „Baronin“ Mautner v. Markhof (St. Marx, 70 personnes)

Souper du balle le 16 février 1887 pour Monsieur Mautner v. Markhof (St. Marx, 80 personnes)

Déjeuner dinatoire du 15 août 1887 pour Herrn Mautner v. Markhof (Schloss Rodaun, 50 personnes)

Dîner de noce le 1 septembre 1888 pour Monsieur L. Mautner v. Markhof (50 personnes)

Souper du 9 mars 1889 pour Herrn Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 50 personnes)

Déjeuner dinatoire du 19 octobre 1889 pour Herrn Mautner v. Markhof (St.Marx, 70 personnes)

Souper du 23 novembre 1889 pour Frau Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 6 plats)

Souper du 16 mars 1892 pour Frau Mautner v. Markhof (Floridsdorf, 70 personnes)

Dîner du 10 février 1894 pour Frau Mautner v. Markhof (Floridsdorf)

Déjeuner dinatoire du 22 mars 1896 pour Frau Dr. Mautner v. Markhof (Giselastrasse 7)

Buffet du 17 octobre 1903 pour Herrn Theodor Mautner Ritter v. Markhof (Floridsdorf)

Ulrike Reininghaus

Großfamilie Mautner Markhof im Zeitungs- und Zeitschriftenarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

20. März 2024/in Familienchronik /von Ulrike Reininghaus

Wer suchet, der findet…

Über einen Social Media-Link zum Thema Ahnenforschung landete ich kürzlich im Anno, dem Online Zeitungs- und Zeitschriftenarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Interessehalber gab ich in die Suchmaske die Namen Mautner Markhof und Reininghaus ein – nicht ahnend, wie viele Dokumente mir entgegenspringen würden. Meiner Neugier geschuldet, darüber, was die Presse in den Jahrzehnten vor und nach der Jahrhundertwende über die Familie veröffentlicht hatte (und was davon schon digitalisiert worden war), durchforstete ich sämtliche Dateien nach den relevantesten Inhalten.

Selektiert habe ich dann 181 Treffer: Artikel, Schlagzeilen, Anzeigen und „Salon“-News zu Personen und Ereignissen, die beim passenden Thema auf dieser Webseite bereits dokumentiert wurden. So fanden Berichte über Firmenjubiläen, Geburtstage, Hochzeiten, Ehrungen, Vereinsfeiern, Empfänge, Sportevents, Geschäfts- und Familienreisen, Sanatoriums- und „Cur“-Aufenthalte, Bälle, Wohltätigkeitsveranstaltungen aber auch Gerichtsprozesse, Todesfälle und Familiendramen ihren Weg aus der Versenkung zurück.

Dateienliste Österr. Nationalbibliothek (blau Mautner Markhof, rot Reininghaus).

Dateienliste Österr. Nationalbibliothek (blau Mautner Markhof, rot Reininghaus).

Dateienliste Österr. Nationalbibliothek (blau Mautner Markhof, rot Reininghaus).

Dateienliste Österr. Nationalbibliothek (blau Mautner Markhof, rot Reininghaus).

Die damaligen Schreiber und Journalisten hatten bei der Größe der Familie wohl häufig Mühe, die Verwandtschaftsverhältnisse korrekt darzustellen – ihnen fehlte natürlich der wunderbare Stammbaum, der auf dieser Webseite unter Genealogie zu finden ist (danke, lieber Viktor!).

Und wer weitere Schlagzeilen in Erinnerung hat bzw. seinem eigenen Familiennamen nachgehen möchte, der wird in den Dateien und Datenbanken der Nationalbibliothek garantiert fündig werden.

Haftung, Nutzung und Zitierung Anno/Österr. Nationalbibliothek

Beispiele aus dem Anno der Nationalbibliothek

Elite-Festball Familie Reininghaus, Tagespost Abendblatt, Graz, 12. Februar 1877, S. 1-2, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Nachruf Julie Marcelline Mautner v. Markhof, Neuigkeits-Welt Blatt, 22. April 1887, S. 3, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Fritz Reininghaus, Sohn von Julius Reininghaus, Ballonfahrt, Vorarlberger Volksblatt, 17. Juni 1888, S. 1, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Fahnenweihe Donaufelder Sängerbund, Martha und Theodor I. Mautner v. Markhof, Floridsdorfer Zeitung, 22. August 1896, S. 2-4, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Verschiebung der Hochzeit von Gerty Keil (Enkelin von Johann Peter v. Reininghau), und Karl v. Rokitansky aufgrund des Todes von Adolf Ignaz Mautner v. Markhof, Gambrinus, 15. September 1903, S. 7, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Edith von Haynau, Enkelin von Carl Ferdinand Mautner v. Markhof, Wiener Salonblatt, 2. Februar 1907, S. 7, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Adolf Ignaz und Marcelline Mautner v. Markhof, Stiftungen für Waisen, Floridsdorfer Zeitung, 19. Oktober 1907, S. 3, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Hochzeit Luise v. Hebra (Enkelin von Johann Peter v. Reininghaus) und August Urbanski v. Ostrymiecz, Sport & Salon, 24. Oktober 1908, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Unfalltod Edmund v. Cnobloch (Schwiegersohn von Johann Peter v. Reininghaus) Kärntner Zeitung, 28. Mai 1914, S. 4, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Unfalltod Edmund v. Cnobloch (Schwiegersohn von Johann Peter v. Reininghaus), Oesterreichische Morgenzeitung und Handelsblatt, 28. Mai 1914, S. 2, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek.png

Fritz Reininghaus, Sohn von Julius Reininghaus, Beschwerde gegen Ministerium, Die Neue Zeitung, 11. Dezember 1914, S. 4, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Hochzeit Emma v. Reininghaus, Tochter von Hans v. Reininghaus, und Franz Josef v. Mayer-Gunthof, Wiener Salonblatt, 11. Juni 1921, S. 7, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Verlobung Gertrud Mautner v. Markhof, (Tochter von Theodor I.) mit Egon Corti alle Catene, Wiener Salonblatt, 12. Mai 1923, S. 10, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Nachruf Eduard Keil v. Bündten (Schwiegersohn von Johann Peter v. Reininghaus und Vizepräsident Brüder Reininghaus) 6-Uhr-Blatt, Graz, 29. März 1926, S. 4, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Nachruf Eduard Keil v. Bündten (Schwiegersohn von Johann Peter v. Reininghaus) und Vizepräsident Brauerei Reininghaus, Freie Stimmen, 1. April 1926, S. 2, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Hochstapler betrügt Friederike Mautner v. Markhof (Schwiegertochter von August) in Absam, Innsbrucker Nachrichten, 16. September 1926, S. 6-7, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Todesopfer bei Fußballspiel mit Mautner-Markhof-Mannschaft, Die Stunde, 19. Juli 1933, S. 4, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Marylin Mautner v. Markhof, 2. Ehefrau von Georg III. (Buwa), Wiener Salonblatt, 15. Mai 1938, S. 11, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Albrecht Reininghaus

Familientreffen Reininghaus / Juni 1982

15. März 2024/in Reininghaus/Linie 1 /von Albrecht Reininghaus

Gedenktag für Therese v. Reininghaus

Anlässlich des 150. Geburtstags von Therese v. Reininghaus (4. Mai 1982) fand im Juni 1982 ein Gedenktreffen der Familie in Graz statt. Ihr Urenkel Johann „Hansi“ Urbanski v. Ostrymiecz, Enkel ihrer Tochter Adele v. Hebra, und seine Frau Silvia hatten dazu geladen.

Einladung und Programm anlässlich des 150. Geburtstages von Therese v. Reininghaus

Das umfangreiche Programm führte die Gäste zu den Familiengräbern, den ehemaligen Reininghaus-Wohnsitzen und zum Brauereigelände. Begonnen wurde mit einer Andacht auf dem Evangelischen Friedhof St. Peter, gefolgt vom Besuch des Metahofes in der Babenbergerstraße 14, an dem laut Einladung „die älteren Vettern, die ihn noch in vollem Glanz erlebt haben, von den alten Tagen erzählten“. Danach fuhren die zahlreich erschienenen Verwandten weiter zur Brauerei nach Steinfeld und zum Hardter Schlössl in der Gemeinde Thal, „wo wieder ein Bild der schönen alten Zeit vermittelt werden sollte“. Für den Ausklang auf der Marhof-Wiese in Thal hatte Hansi Urbanski eine kleine Erinnerungsausstellung vorbereitet. Anschließend spielte die Thaler Dorfmusik ein Gedächtnisständchen. Und wer weiß, vielleicht hatte Therese ja ihre schützende Hand über die Familie gehalten, denn den ganzen Tag über war wunderschönster Sonnenschein.


Fotos: Dieter Reininghaus

Kapellenbau „Familie Reininghaus“, Evangelischer Friedhof St. Peter, Graz

Andacht am Grabmonument „Familie von Reininghaus“, Evang. Friedhof St. Peter, Graz

Andacht am Grabmonument „Familie von Reininghaus“, Evang. Friedhof St. Peter, Graz

Portal Reininghaus´sche Metahof, Babenbergerstr. 14, Graz

Familie Reininghaus am Metahof, Babenbergerstr. 14, Graz

Dieter (Dietrich), Hildegard Reininghaus, Abi (Albrecht) am Metahof, Graz

Vortrag in der Brauerei Reininghaus in Steinfeld, Graz

Eintreffen der Familie Reininghaus am Schloss Hardt

Zusammenkunft der Familie am Schloss Hardt

Reininghaus´sche Schloss Hardt mit Turmuhr

Abi (Albrecht) Reininghaus am Brunnen am Marhof in Thal

Ausklang des Reininghaus´schen Familientreffens am Marhof in Thal

Ulrike Reininghaus

Trauungsregister / Sterberegister der Familien Mautner von Markhof, von Reininghaus, Willner, von Waechter, von Oppolzer und Mittag von Lenkheym

9. März 2024/in Familienchronik /von Ulrike Reininghaus

Was Kirchenbücher offenbaren

Im Rahmen meiner „Dauerrecherche“ für diese Webseite konnte ich die Nachrufe und Parten aus dem Zeitungsarchiv der ÖNB mit Details zu den Einsegnungen endlich für eine gezielte Suche nach Sterbeeinträgen bei Matricula Online nutzen. Als ehemalige Krankenschwester hatte ich außerdem schon immer eine berufsbedingte Neugier was Todesursachen betrifft. Mit der Ortsinformation „Dom- und Metropolkirche zum Heiligen Stefan“ aus dem Nachruf des Wiener Salonblatts für Adolf Ignaz Mautner v. Markhof war es dann nicht mehr weit zu seinem Kirchenbuch-Sterbeeintrag, inklusive der Todesursache „Herzlähmung“. Allerdings musste ich meine Kenntnisse im Entziffern der häufig fast unleserlichen Kurrent und Sütterlin Handschriften erheblich auffrischen. Und so hangelte ich mich weiter durch die digitalisierte Vergangenheit, von seinem Eintrag zu dem seiner Ehefrau, weiter zu deren Kindern sowie zu den Taufen, Trauungen und Sterbeeinträgen vieler weiterer Familienmitglieder. Es fanden sich auch Einträge von Kindern, die leider schon vor dem ersten Lebensjahr verstorben waren, deren Namen bislang aber nicht offiziell dokumentiert wurden.

Und nur wer auch schon einmal so eine umfangreiche Online-Recherche durchgeführt hat, kann nachvollziehen, welche Euphorie sich bei mir beim Durchforsten der vergilbten Kirchenbücher einstellte, wenn ich um 2 Uhr morgens die Namen Mautner Markhof, Reininghaus, Willner, Waechter, Oppolzer, Lenkheym oder die ihrer Angetrauten und Kinder fand. Oder als ich nach langem Rätseln den Beruf eines Bräutigams als „k. u. k. Auskultant und Reserve Cadet-Wachtmeister“ und die der Trauzeugen als „Seiner Majestät wirklicher Geheimer Rath und Sectionschef“ oder „Hof- und Ministerialsecretärs-Gattin“ entziffern konnte.

Interessant sind außerdem die kleinen Infos und später eingefügten Anmerkungen, die viele dieser Matrikelverzeichnisse enthalten –  Adressen, Konfessionen, Erläuterungen zu Adelsprädikaten und Namensführungen, Kirchenaustritte, Originalunterschriften von Paten und „Beiständen“, Testamentshinterlegungen, Berufsbezeichnungen, Großjährigkeitserklärungen für minderjährige Bräute, die Auswahl der Babynamen anhand der Paten etc.

Interessant dabei vor allem die teilweise großen Altersunterschiede bei Brautpaaren, Kirchenwiedereintritte, Scheidungen, Suizide als Todesursachen, oder so tragische Fälle wie der Meningitis-Tod der neunjährigen Hildegard v. Oppolzer, der ersten Tochter von Cölestine Mautner v. Markhof, obwohl ihr Vater Theodor Medizinalprofessor war.

Einige Beispiele:

  • Johann Peter Reininghaus durfte als Protestant zwar Therese Mautner heiraten, musste sich als „akatholischer Bräutigam“ aber verpflichten, die zukünftigen Kinder „christkatholisch“ zu erziehen.
  • Therese wiederum war bei der Hochzeit erst 18 Jahre alt, sodass ihr Vater Adolf Ignaz sein Einverständnis geben musste.
  • Auch Martha Eisl brauchte trotz ihrer fast 21 Jahre die Bewilligung von ihrem Bahngeneraldirektor-Vater Reinhold zur Heirat ihres Theodors.
  • Bei der 19-jährigen Emy v. Reininghaus dagegen brauchte es kein männliches Okay. Obwohl schon 18 Jahre tot, stand ihr Vater Gustav I. noch als „Fabrikant“ in der Rubrik Brauteltern – die Meinung der Mütter war damals wohl nicht gefragt.
  • Im Trauungseintrag von Georg I. Heinrich Mautner v. Markhof und seiner Braut von 1864 wurde dagegen explizit darauf hingewiesen, dass beide Väter plus Gattinnen „am Leben“ waren.

Bei den Originalunterschriften der Familienmitglieder, die als Trauzeugen und Taufpaten oft persönlich im Kirchenbuch unterschreiben mussten, sollte man genauer hinsehen. Während Carl Ferdinand Mautner v. Markhof beispielsweise seinen Namen immer in einem Rutsch als „CarlFerdMautner Ritterv.Markhof“ hinterließ, unterschrieb Emilie Reininghaus mit dünner Feder, aber schwungvoll und fügte nicht nur ihren Geburtsnamen Mautner dazu, sondern auch den Vermerk „Witwe des Julius Reininghaus“.

Besonders zwischen den Familien Mautner und Reininghaus gab es für die vielen neugeborenen Kinder einen regen Austausch an Patenonkeln und -tanten, woraus eine Häufigkeit bestimmter Namen resultierte, teilweise als Zweit- oder Drittnennung. Die zuständigen Kirchenpersonen machten bei den Eintragungen jedoch gerne mal kleine Fehler – am häufigsten schrieben sie Karl statt Carl und Viktor statt Victor. Die Adelstitel wurden oft nachträglich ergänzt, inklusive umfassender Erläuterungen zur Verleihung der Adelsprädikate an die jeweiligen Väter oder Großväter.

Soweit als Anmerkungen in den Taufeinträgen verzeichnet, gab es damals schon Austritte aus der katholischen Kirche: Carl Reininghaus, Hans v. Reininghaus und Georg II. Anton Mautner v. Markhof, gefolgt von seinen Söhnen Georg III. und Gustav I. Mautner v. Markhof. Georg III. (Buwa) trat ein halbes Jahr vor seiner zweiten Ehe 1937 wieder ein, während Hans v. Reininghaus 1945 zum dritten Mal standesamtlich heiratete, in Graz.

Das Schicksal früh verstorbener Kinder traf leider viele Eltern, darunter gleich beide Reininghaus-Brüder. Johann Peter und Therese bekamen 1861 zwischen den Zwillingen Emma/Martha und Sohn Hugo noch eine Tochter namens Margaretha, die mit 9 Monaten an Meningitis starb, während Julius und Emilie Reininghaus den Tod ihres nur 5 Monate alten dritten Kindes durch „Atemlähmung“ verkraften mussten. Ein Jahr später kam Sohn Fritz auf die Welt. Man findet die Inschriften „Unser liebes Gretchen“ und „Unsere liebe kleine Gabriele“ im Kapellenbau „Familie Reininghaus“ auf dem Grazer Friedhof St. Peter. Auch Carl Ferdinand Mautner v. Markhof und seine zweite Frau Editha waren betroffen – ihr erstes Kind kam 1875 „totgeboren“ auf die Welt. In der damaligen Zeit für Carl Ferdinand wahrscheinlich umso tragischer, weil es ein Sohn war. Hatte er doch aus seiner ersten Ehe 6 Töchter und bislang mit Victor „nur“ einen männlichen Nachkommen und bekam danach mit Editha 3 weitere Töchter. August Mautner v. Markhofs erster Sohn überlebte übrigens nur 4 Wochen.

So abenteuerlich Todesursachen wie „Hirnschlagfluss“ oder „Zungenentartung“ auch klingen mögen, machen sie einen eher nachdenklich bis traurig, wenn man bedenkt, dass die „Zuckerharnruhr“ von Georg I. Heinrich Mautner v. Markhof nichts anderes war als Diabetes und ihm heute wohl ein bisschen Insulin und ein paar Ernährungstipps geholfen hätten älter als 63 Jahre zu werden. Für andere Vorfahren kamen dagegen Antibiotika, Chemotherapie, Blutdrucksenker und Betablocker zu spät. So kollabierte Helene, die Witwe von Victor Mautner v. Markhof, mit 59 Jahren filmreif im Foyer des Wiener Opernkinos und starb noch vor Ort, was laut Sterbeeintrag durch „Herzfleischentartung/Herzklappenfehler“ verursacht worden sein soll. Leider gab es auch diverse Suizide, darunter den Fenstersturz von August Mautner v. Markhof im Alter von nur 40 Jahren, im Sterbebuch bekanntermaßen als „Hirnlähmung“ getarnt, während man bei seinem Bruder Carl Ferdinand schonungslos „Selbstmord durch Erschießen“ eintrug. Die gleiche Art zu sterben wählte auch der junge Oskar, Ludwig Mautner v. Markhofs zweiter Sohn aus dritter Ehe. Tragischer Weise erschoss dieser sich mit 14 Jahren, ausgerechnet „am öffentlichen Klosett“ am Graben, der laut wien.info „ersten und mit Abstand schönsten im Jugendstil errichteten unterirdischen Bedürfnisanstalt der Stadt“. Sein alter Vater starb ein Jahr später mit 82 Jahren, ganz unspektakulär an „Gefäßverkalkung“. Was Julius Reininghaus betrifft, konnte ich seine wohl gut gehütete Todesursache im evangelischen „Todtenbuch“ des Jahres 1862 entdecken, nämlich Typhus. Auch sein Bruder Johann Peter steht im Evangelischen Sterbebuch Graz-Linkes Murufer, allerdings 39 Jahre später und mit dem unspektakulären Hinweis „Altersschwäche“.

Ich hoffe und wünsche mir, dass weltweit möglichst viele Mautner-Markhof-Nachkommen, die auf diese Webseite gelangen, sich für die – vorerst – 201 Kirchenbucheinträge ihrer Vorfahren interessieren. Denn auch dadurch können wir diese besser kennenlernen und ihr Vermächtnis bleibt bestehen. Und weil die Digitalisierung fortschreitet: Fortsetzung folgt.

Trauungsregister der Familien Mautner von Markhof, von Reininghaus, Willner, von Waechter, von Oppolzer und Mittag von Lenkheym

Linie 1, Therese Mautner und Johann Peter v. Reininghaus

1859–1933

1859 Trauungsregister Johann Peter v. Reininghaus u. Therese Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1873 Trauungsregister Ludovika v. Reininghaus u. Moriz Piffl, Thal, Transkr. U. Reininghaus

1877 Trauungsregister Adele v. Reininghaus u. J. v. Hebra, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1879 Trauungsregister Emma v. Reininghaus u. Eduard Keil v. Bündten, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1880 Trauungsregister Gustav I. v. Reininghaus u. Maria Eisl, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1880 Trauungsregister Martha v. Reininghaus u. Adolf v. Odelga, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1887 Trauungsregister Hugo v. Reininghaus u. Paula v. Jansekowitsch, Thal, Transkr. U. Reininghaus

1887 Trauungsregister Maria v. Reininghaus u. Ignaz Schwarz, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1892 Trauungsregister Elisabeth v. Reininghaus u. Edmund v. Cnobloch, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1896 Trauungsregister Hans v. Reininghaus u. Virginia Agujari, Thal, Transkr. U. Reininghaus

1899 Trauungsregister Friederike v. Reininghaus u. H. Künigl zu Ehrenburg u. Warth, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1900 Trauungsregister Susanna v. Hebra u. Erich Viditz, Thal, Transkr. U. Reininghaus

1901 Trauungsregister Agathe v. Oppolzer u. Carl v. Distler, Baden, Transkr. U. Reininghaus

1903 Trauungsregister Gertrude Keil u. K. v. Rokitansky, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1906 Trauungsregister Gustav Piffl u. Adolfine Percevic, Thal, Transkr. U. Reininghaus

1907 Trauungsregister Gustav II. v. Reininghaus u. Ilse Engelmann, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1908 Trauungsregister Ludovika v. Hebra u. August Urbanski v. Ostrymiecz, Graz

1918 Trauungsregister Martha Keil v. Bündten u. Rudolf Tupay v. Isertingen, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1918 Trauungsregister Theresia v. Reininghaus u. Franz v. Velikipriloh, Thal, Transkr. U. Reininghaus

1920 Trauungsregister Johanna v. Reininghaus u. Viktor v. Haynau, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1920 Trauungsregister Peter v. Reininghaus u. Anna Widmann-Sedlnitzk, Iglau, Transkr. U. Reininghaus

1921 Trauungsregister Emma v. Reininghaus u. Franz. Mayer-Gunthof, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1933 Trauungsregister Kurt Reininghaus u. Bettine Springer, Reidling, Transkr. U. Reininghaus

Linie 2, Carl Ferdinand Mautner v. Markhof und 1. Johanna Kleinoscheg, 2. Editha Sunstenau

1863–1922

1863 Trauungsregister Carl Ferdinand Mautner v. Markhof u. Johanna Kleinoscheg, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1874 Trauungsregister Carl Ferdinand Mautner v. Markhof u. Editha v. Sunstenau, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1887 Trauungsregister Elisabeth Mautner u. Karl Dittl v. Wehrberg, Rodaun, Transkr. U. Reininghaus

1895 Trauungsregister Dorothea Mautner u. Joseph Engelhart, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1905 Trauungsregister Editha Mautner u. Koloman Moser, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1913 Trauungsregister Magdalena Mautner u. Alois Grasmayr, Salzburg, Transkr. U. Reininghaus

1919 Trauungsregister Elisabeth Engelhart u. Robert v. Ettenreich, Waidhofen, Transkr. U. Reininghaus

1922 Trauungsregister Magda Jäger-Sunstenau u. Heinrich Prelinger, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 3, Ludwig Mautner v. Markhof und 1. Elisabeth v. Buol, 2. Maria Wallach, 3. Anna Lang

1888–1912

1888 Trauungsregister Margarethe Mautner u. Emmerich v. Gernerth, Mauer, Transkr. U. Reininghaus

1892 Trauungsregister Ludwig Mautner v. Markhof u. Maria A. Wallach, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1911 Trauungsregister Maria Leop. Mautner u. Rudolf Thun-Hohenstein, Oberalm, Transkr. U. Reininghaus

1912 Trauungsregister Ludwig Mautner v. Markhof u. Anna Lang, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 4, Maria Seraphine Mautner und Anton Willner

1855–1922

1855 Trauungsregister Maria Seraphine Mautner u. Anton Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1884 Trauungsregister Konrad Willner u. Maria Faber, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1896 Trauungsregister Marcelline Willner u. Eduard Kloth, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1900 Trauungsregister Alfred Willner u. Berta Meyer, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1922 Trauungsregister Friedrich Willner u. Josefine Rohan, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 5, Emilie Mautner und Julius Reininghaus

1856–1920

1856 Trauungsregister Julius Reininghaus u. Emilie Mautner, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1882 Trauungsregister Carl Reininghaus und Zoe v. Karajan, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1888 Trauungsregister Paul Reininghaus u. Maria v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1891 Trauungsregister Friedrich Reininghaus u. Menodera Ranzoni, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1912 Trauungsregister Paul F. Reininghaus u. Ida Jelinek, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1920 Trauungsregister Carl Reininghaus u. Friederike Knepper, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 6, Georg I. Mautner v. Markhof und Karoline Biehler

1864–1928

1864 Trauungsregister Georg I. Mautner v. Markhof u. Caroline Biehler, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1896 Trauungsregister Theodor I. Mautner v. Markhof u. Martha Eisl, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1900 Trauungsregister Georg II. Mautner v. Markhof u. Emy v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1905 Trauungsregister Friederike Mautner u. Valentin Zeileis, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1922 Trauungsregister Elisabeth Mautner Baensch, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1923 Trauungsregister Gertrud Mautner u. Egon Conte Corti, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1928 Trauungsregister Marceline Mautner u. Hans Bertele v. Grenadenberg, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 7, Eleonora Mautner und Otto v. Waechter

1860–1885

1860 Trauungsregister Eleonore Mautner u. Franz v. Wächter, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1884 Trauungsregister Elisabeth v. Wächter u. Hermann v. Gemmingen, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1885 Trauungsregister Maria Eleonora Mautner u. Rudolf v. Wächter, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 8, August Mautner v. Markhof und Elisabeth v. Ankern

1872–1904

1872 Trauungsregister August Mautner v. Markhof u. Elisabeth v. Ankern, Wien, Transkr. U.Reininghaus

1904 Trauungsregister Bruno Mautner v. Markhof u. Friederike v. L. Liebenstein, Neumarkt, Transkr. U. Reininghaus

Linie 9, Coelestine Mautner und Theodor v. Oppolzer

1865–1917

1865 Trauungsregister Theodor v. Oppolzer u. Cölestine Mautner, Baden, Transkr. U. Reininghaus

1910 Trauungsregister Sylvia v. Oppolzer u. Karl Hummel, Klagenfurt, Transkr. U. Reininghaus

1917 Trauungsregister Johann v. Oppolzer u. Helene Nesselmann, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 10, Johanna Mautner und Wilhelm Mittag v. Lenkheym

1871–1909

1871 Trauungsregister Johanna Mautner u. August Mittag v. Lenkheim, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1898 Trauungsregister Irene Mittag v. Lenkheym u. Otto v. Apfaltrern, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1909 Trauungsregister Auguste Mittag v. Lenkheym u. Karl v. Puthon, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Sterberegister der Familien Mautner von Markhof, von Reininghaus, Willner, von Waechter, von Oppolzer und Mittag von Lenkheym

Linie 0, Stammeltern Adolf Ignaz Ritter Mautner v. Markhof und Julie Marcelline geb. Kadisch

1887–1889

1887 Sterberegister Julie Marcelline Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1889 Sterberegister Adolf Ignaz Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 1, Therese Mautner und Johann Peter v. Reininghaus

1862–1959

1862 Sterberegister Margaretha v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1883 Sterberegister Gustav I. v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1890 Sterberegister Martha v. Odelga, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1901 Sterberegister Johann Peter v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1902 Sterberegister Hans v. Hebra, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1906 Sterberegister Emma Keil v. Bündten, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1910 Sterberegister Hermann v. Künigl zu Ehrenburg u. Warth, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1915 Sterberegister Adolf v. Odelga, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1922 Sterberegister Else v. Cnobloch, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1926 Sterberegister Therese v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1933 Sterberegister Adele v. Hebra, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1937 Sterberegister Maria Piffl, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1959 Sterberegister Hans v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

Linie 2, Carl Ferdinand Mautner v. Markhof und 1. Johanna Kleinoscheg, 2. Editha Sunstenau

1875–1938

1875 Sterberegister Sohn v. Carl Ferdinand Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1896 Sterberegister Carl Ferdinand Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1918 Sterberegister Editha Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1919 Sterberegister Victor Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1926 Sterberegister Helene Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1938 Sterberegister Harriet v. Haynau, Klagenfurt, Transkr. U. Reininghaus

Linie 3, Ludwig Mautner v. Markhof und 1. Elisabeth v. Buol, 2. Maria Wallach, 3. Anna Lang

1885–1920

1885 Sterberegister Elise Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1909 Sterberegister Maria Anna Mautner, Kaltenleutgeben, Transkr. U. Reininghaus

1917 Sterberegister Oskar Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1918 Sterberegister Ludwig Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1920 Sterberegister Robert Mautner v. Markhof, St. Johann, Transkr. U. Reininghaus

Linie 4, Maria Seraphine Mautner und Anton Willner

1906–1929

1906 Sterberegister Marie Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1929 Sterberegister Alfred Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 5, Emilie Mautner und Julius Reininghaus

1861–1981

1861 Sterberegister Gabriele Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1862 Sterberegister Julius Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1887 Sterberegister Emilie Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1929 Sterberegister Carl Reininghaus, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1963 Sterberegister Hellmut Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1981 Sterberegister Sigurt Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

Linie 6, Georg I. Mautner v. Markhof und Karoline Biehler

1866–1930

1866 Sterberegister Eugenia Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1904 Sterberegister Georg I. Heinrich Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1905 Sterberegister Nr. 1 (Karoline) Charlotte Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1905 Sterberegister Nr. 2 (Karoline) Charlotte Mautner, Baden, Transkr. U. Reininghaus

1930 Sterberegister Kuno Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 7, Eleonora Mautner und Otto v. Waechter

1895–1937

1895 Sterberegister Franz L. Otto v. Wächter, Payerbach, Transkr. U. Reininghaus

1904 Sterberegister Gottfried v. Wächter, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1915 Sterberegister Rudolf v. Wächter, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1926 Sterberegister Philipp Haas v. Teichen, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1937 Sterberegister Eleonora v. Wächter, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1937 Sterberegister Elisabeth v. Gemmingen, Baden, Transkr. U. Reininghaus

Linie 8, August Mautner v. Markhof und Elisabeth v. Ankern

1873–1883

1873 Sterberegister Oscar Mauter v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1883 Sterberegister August Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 9, Coelestine Mautner und Theodor v. Oppolzer

1877–1926

1877 Sterberegister Hildegard v. Oppolzer, Baden, Transkr. U. Reininghaus

1886 Sterberegister Theodor v. Oppolzer, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1907 Sterberegister Egon v. Oppolzer, Hötting, Transkr. U. Reininghaus

1923 Sterberegister Coelestine v. Oppholzer, Inzersdorf, Transkr. U. Reininghaus

1926 Sterberegister Armin v. Oppolzer, Baden, Transkr. U. Reininghaus

Linie 10, Johanna Mautner und Wilhelm Mittag v. Lenkheym

1912–1913

1912 Sterberegister Wilhelm Mittag zu Lenkheym, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1913 Sterberegister Johanna Mittag zu Lenkheym, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Weitere Infos: Taufbucheinträge der Familien

Ulrike Reininghaus

Übertritt der Familie Mautner zum katholischen Glauben / Taufbucheinträge

23. Februar 2024/in Familienchronik /von Ulrike Reininghaus

Der Übertritt der Familie Mautner (damals noch ohne das Prädikat „von Markhof“) zum katholischen Glauben erfolgte am 18. April 1846, wie die Taufbuch-Einträge der römisch-katholischen Pfarrkirche Maria Geburt in Wien zeigen. Da diese Kirche damals auch für das ehemalige Waisenhaus im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße zuständig war, wurde sie „Waisenhauskirche“ genannt. Adolf Ignaz und Julie Marceline hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre in Wien gelebt und waren 44 bzw. 34 Jahre alt. Ihre älteste Tochter Therese stand kurz vor ihrem 14. Geburtstag, Carl Ferdinand war 12, Ludwig 10 und Maria 9 Jahre alt, Emilie feierte einen Tag zuvor ihren 8. Geburtstag, Georg I.  Heinrich war fast 6, Eleonora 4, August fast 3 und Coelestine ein Jahr alt. Das zehnte Kind, Johanna, kam erst zwei Jahre später zur Welt. Sie ist die einzige in der Familie, in deren Taufbuch-Eintrag schon bei der Geburt ein Strichlein bei „Religion Katholisch“ gemacht wurde. Nach den Eltern wurden zuerst die Söhne, dann die Töchter eingeschrieben.

Die genannte Wohnadresse der Familie war St. Marx, damals noch Bürgerversorgungshaus der Stadt Wien: „Versorgungsbedürftige Bürger und deren Angehörige wurden ab 1785 aus dem Bürgerspital nach St. Marx überstellt. Das nunmehrige Bürgerversorgungshaus wurde vom Spitalamt geleitet und über den neu geschaffenen Bürgerspitalfonds finanziert. Wie viele damalige Fürsorgeeinrichtungen verfügte auch St. Marx über einen eigenen Wirtschaftsbetrieb (Wälder, Äcker, Wiesen, Gärten, Weingärten, Brauhaus untertänige Häuser usw.). Das Areal samt Brauhaus von St. Marx erwarb 1857 der Bierbrauer Adolf Ignaz Mautner, der das Brauhaus schon früher gepachtet hatte. Ab dieser Zeit erfolgte die Umgestaltung der gesamten Realität, die sich zu einer der größten Bierbrauereien Österreichs entwickelte.“ Quelle: „Wien Geschichte Wiki“ des Wiener Stadt- und Landesarchivs und der Wienbibliothek / St. Marx – vom Siechhaus zur Erfolgsbrauerei

Auch die „Pathen“ und ihre „Character/Condition“, die man in den Taufeinträgen findet, haben größtenteils Bezug zum Bürgerversorgungshaus. Den Söhnen wurden Amtsdirektoren, Verwalter und Ärzte zugeordnet, den Töchtern meistens deren Ehefrauen – allerdings bekam Maria Seraphine als Patin eine Erzieherin der Mautner-Familie. Adolf Ignaz wählte für sich selbst den aus Mähren stammenden k. k. Regierungsrat und damaligen Wiener Bürgermeister Ignaz Czapka Ritter von Winstetten.

Der damalige Prozess des Konvertierens zum Christentum und zum Erhalt der Taufbewilligungen wird hier ausführlich beschrieben: „Wesentlich einfacher und klarer waren die Regelungen bei Erwachsenen. Zunächst einmal war man frei in der Wahl seiner Taufpfarre, man war hier durchaus nicht an die Pfarre gebunden, in deren Pfarrsprengel man wohnte, auch musste man nicht in jener Pfarre getauft werden, in welcher man den vorgeschriebenen Religionsunterricht erhalten hatte. Es war vorgesehen, dass man zunächst einmal bei einem Priester vorsprach. Hatte man diesen von der Lauterkeit seines Vorhabens überzeugt, dann folgte ein – zumeist sechswöchiger – Religionsunterricht. Die Vorbereitungszeit konnte sich erheblich verkürzen, wenn der „Taufwerber“ bereits als Kind in der Schule den katholischen Religionsunterricht besucht hatte, andererseits konnte der vorbereitende Unterricht auch wesentlich länger dauern. Sobald der unterrichtende Priester der Überzeugung war, sein Täufling sei nun hinlänglich für die Taufe vorbereitet, so stellte er ein Taufgesuch, gerichtet an das fürsterzbischöfliche Consistorium bzw. Ordinariat. Bis zum Jahr 1848 hatte noch vor der kirchlichen Taufbewilligung eine staatliche Genehmigung zur Taufe eingeholt zu werden: In einem knappen Ansuchen – in den 1840er Jahren gab es bereits Sammelgesuche auf vorgedruckten Formularen – wurden nun die persönlichen Daten des Täuflings an die Niederösterreichische Regierung übermittelt, welche ihrerseits die Polizei-Oberdirektion beauftragte, diese Angaben zu prüfen. Fiel die Untersuchung zur allgemeinen Zufriedenheit aus, so wurde von der Landesstelle die Genehmigung zur Taufe erteilt. Erst nach dieser staatlichen Genehmigung durfte kirchlicherseits das Taufgesuch des unterrichtenden Priesters bewilligt werden. Dieses doppelte Verfahren kam einem Einbürgerungsverfahren gleich, ein Konvertit galt nicht mehr als Fremder, war als solcher nicht mehr den Polizeigesetzen für Juden unterworfen: Keine Toleranzsteuer (für die Aufenthaltsgenehmigung in Wien) war mehr zu leisten, es gab keine Berufsbeschränkungen mehr, die Kinder hatten freien Hochschulzugang, man war „besitzfähig“ wie alle anderen Bewohner. Konvertiten wurde im Jahr 1826 zudem noch ein berechtigter Anspruch auf Namensänderung eingeräumt, um ihre weitere soziale Integration zu erleichtern. Namensänderungen waren auch zuvor möglich, kamen jedoch in Wien viel seltener vor als allgemein angenommen wird. Nach dem Jahr 1848 brauchte nur mehr im Fall einer mit der Taufe verbundenen Namensänderung eine staatliche Genehmigung eingeholt zu werden.“ Quelle: Jüdische Konvertiten in Wien 1782 – 1914, Anna L. Staudacher, 2006, Ein Projekt an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beim Institut ÖBL, Österreichisches Biographisches Lexikon

Taufbucheinträge der Familien Mautner von Markhof, von Reininghaus, Willner, von Waechter, von Oppolzer und Mittag von Lenkheym

Linie 0, Stammeltern Adolf Ignaz Ritter Mautner v. Markhof und Julie Marcelline geb. Kadisch

1846–1850

1846 Taufbuch Adolf Ignaz u. Julie Marcelline u. Carl Ferdinand Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1846 Taufbuch Ludwig u. Georg u. August u. Theresia Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1846 Taufbuch Maria Seraphine u. Emilie u. Eleonora u. Cölestine Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1850 Taufbuch Johanna Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 1, Therese Mautner und Johann Peter v. Reininghaus

1846–1917

1846 Taufbuch Ludwig u. Georg u. August u. Theresia Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1851 Taufbuch Gustav I. v. Reininghaus, Breslau, Transkr. U. Reininghaus

1853 Taufbuch Luise v. Reininghaus, Turaß, Transkr. U. Reininghaus

1854 Taufbuch Adelheid v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1859 Taufbuch Emma und Martha v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1861 Taufbuch Margaretha v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1864 Taufbuch Hugo v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1867 Taufbuch Hans v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1869 Taufbuch Maria v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1871 Taufbuch Elisabeth v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1876 Taufbuch Friederike v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1881 Taufbuch Emy v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1881 Taufbuch Ludovika v. Hebra, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1883 Taufbuch Gustav II. v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1885 Taufbuch Herbert Keil v. Bündten, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1890 Taufbuch Eberhard v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1894 Taufbuch Franz Mayer-Gunthof, Guntramsdorf, Transkr. U. Reininghaus

1896 Taufbuch Peter v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1897 Taufbuch Theresia v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1899 Taufbuch Johanna v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1901 Taufbuch Emma v. Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1901 Taufbuch Leopold Künigl, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1904 Taufbuch Teil 1 Veit Künigl, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1904 Taufbuch Teil 2 Veit Künigl, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1906 Taufbuch Gert v. Rokitansky, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1906 Taufbuch Kurt v. Reininghaus, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1907 Taufbuch Marie G. v. Künigl z. Ehrenburg und Warth, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1917 Taufbuch Emma v. Rokitansky, Graz, Transkr. U. Reininghaus

Linie 2, Carl Ferdinand Mautner v. Markhof und 1. Johanna Kleinoscheg, 2. Editha Sunstenau

1846–1908

1846 Taufbuch Adolf Ignaz u. Julie Marcelline u. Carl Ferdinand Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1846 Taufbuch Johanna Kleinoscheg, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1864 Taufbuch Henriette (Harriet) Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1865 Taufbuch Victor Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1867 Taufbuch Cornelia Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1869 Taufbuch Christine Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1871 Taufbuch Dorothea Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1879 Taufbuch Hertha Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1881 Taufbuch Magdalena Mautner, Wien, Transkr. U. Reininighaus

1883 Taufbuch Editha Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1903 Taufbuch Hilda Jäger-Sunstenau, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1908 Taufbuch Josefine Engelhart, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 3, Ludwig Mautner v. Markhof und 1. Elis. v. Buol, 2. Maria Wallach, 3. Anna Lang

1846–1893

1846 Taufbuch Ludwig u. Georg u. August u. Theresia Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1867 Taufbuch Maria Leop. Mautner, Troppau, Transkr. U. Reininghaus

1869 Taufbuch Margaretha Mautner, Troppau, Transkr. U. Reininghaus

1872 Taufbuch Hildegard Mautner, Troppau, Transkr. U. Reininghaus

1893 Taufbuch Angela Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 4, Maria Seraphine Mautner und Anton Willner

1846–1887

1846 Taufbuch Maria Seraphine u. Emilie u. Eleonora u. Cölestine Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1859 Taufbuch Alfred Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1861 Taufbuch Conrad Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1865 Taufbuch Marcelline Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1884 Taufbuch Elisabeth Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1886 Taufbuch Konrad Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1887 Taufbuch Friedrich Willner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 5, Emilie Mautner und Julius Reininghaus

1846–1862

1846 Taufbuch Maria Seraphine u. Emilie u. Eleonora u. Cölestine Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1857 Taufbuch Carl Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1859 Taufbuch Paul Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1861 Taufbuch Gabriele Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

1862 Taufbuch Friedrich Reininghaus, Graz, Transkr. U. Reininghaus

Linie 6, Georg I. Mautner v. Markhof und Karoline Biehler

1846–1909

1846 Taufbuch Ludwig u. Georg u. August u. Theresia Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1864 Taufbuch Maria Karolina Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1868 Taufbuch Otto Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1869 Taufbuch Theodor I. Mautner v. Markhof, Baden, Transkr. U. Reininghaus

1872 Taufbuch Friederike Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1875 Taufbuch Georg II. Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1879 Taufbuch Kuno Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1901 Taufbuch Gerhard Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1901 Taufbuch Marcelline Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1903 Taufbuch Manfred I. und Gertrud Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1904 Taufbuch Georg III. Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1909 Taufbuch Gustav I. Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 7, Eleonora Mautner und Franz L. Otto v. Wächter

1846–1869

1846 Taufbuch Maria Seraphine u. Emilie u. Eleonora u. Cölestine Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1861 Taufbuch Rudolf v. Wächter, Kuttenberg, Transkr. U. Reininghaus

1864 Taufbuch Elisabeth v. Wächter, Kuttenberg, Transkr. U. Reininghaus

1869 Taufbuch Hedwig v. Wächter, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 8, August Mautner v. Markhof und Elisabeth Fischer v. Ankern

1846–1877

1846 Taufbuch Ludwig u. Georg u. August Mautner v. Markhof u. Theresia Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1873 Taufbuch Oscar Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1874 Taufbuch Elfriede Mautner, Baden, Transkr. U. Reininghaus

1877 Taufbuch Bruno Mautner v. Markhof, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 9, Coelestine Mautner und Theodor v. Oppolzer

1846–1882

1846 Taufbuch Maria Seraphine u. Emilie u. Eleonora u. Cölestine Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1866 Taufbuch Johann Oppolzer, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1867 Taufbuch Hildegard v. Oppolzer, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1869 Taufbuch Egon Oppolzer, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1879 Taufbuch Armin v. Oppolzer, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1882 Taufbuch Agathe v. Oppolzer, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Linie 10, Johanna Mautner und Wilhelm v. Lenkheym

1850–1882

1850 Taufbuch Johanna Mautner, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1873 Taufbuch Rudolf Mittag v. Lenkheym, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1876 Taufbuch Irene Mittag v. Lenkheym, Wien, Transkr. U. Reininghaus

1882 Taufbuch Auguste Mittag zu Lenkheym, Wien, Transkr. U. Reininghaus

Weitere Infos: Trauungs- und Sterberegister der Familien

Theodor Heinrich Mautner Markhof

„The Brijuni Walks“ / Bildband über Brioni

8. Februar 2024/in Allgemein /von Theodor Heinrich Mautner Markhof

The Brijuni Walks. Bildband von Višnja & Marijan Anić

Wunderbarer Bildband über alle Motive, die Brioni zu bieten hat. Fotografiert in einzigartiger Weise, mit dem Auge des Liebhabers, der die wahre Schönheit seiner Seele zu entdecken versteht.

Das über 200 Seiten starke Buch ist mit der ISBN-Nr.: ISBN 978-953-50628-0-6 in Kroatischer und Englischer Sprache im Eigenverlag erschienen. Kontakt

The Brijuni Walks, Widmung für Theodor Mautner Markhof, 23. Jänner 2024.

Višnja & Marijan Anić, Autoren von The Brukuni Walks.

„Wir haben vor kurzem ein halbes Jahrhundert Ehe gefeiert, eine ganz andere Art von Ehe, denn das Leben eines hyperaktiven Englischlehrers und Autors und eines Philosophen passt kaum in den typischen Rahmen eines normalen Familienlebens. Wir haben uns in das Gebiet der Kunst (wir haben einige Jahre lang gemalt und weltberühmte Galerien besucht) und der klassischen Musik und Literatur (wir hatten beide Deutsch studiert) „eingeklinkt“. All diese Bereiche haben wir leidenschaftlich verfolgt und ihnen viel Zeit gewidmet. Was uns jedoch näher zusammenbrachte, war unsere gemeinsame Faszination für die Brijuni-Inseln, die mit jedem Jahr tiefer und reicher wurde. Wir hoffen, dass Ihnen dieser andere Blickwinkel auf Veli Brijun gefällt, den wir, die wir die Insel bewundern, für dieses Buch gewählt haben. Die Insel ist unsere zweite Heimat, auf der wir über drei Jahrzehnte hinweg insgesamt etwa zwei Jahre verbracht haben. Sie hat unser Leben sehr verändert und viel Freude bereitet. Kurz gesagt, sie wurde zu unserem Paradies. Und – wie Sie wahrscheinlich wissen, liegt das Paradies im Auge des Betrachters.“  Višnja & Marijan Anić

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

The Brijuni Walks. © Višnja & Marijan Anić.

Als Višnja & Marijan Anić im Jahr 2002 Manfred II. Mautner Markhof auf der Insel kennen lernten, überreichten sie ihm zwei Exemplare ihres erstes Brijuni Buches. Eines wurde von ihm an den kroatischen Präsidenten Mesić übergeben, das zweite an den damals amtierenden österreichischen, Dr. Thomas Klestil. „Brijuni through the Camera of an Admirer“ war indirekt Paul Kupelwieser – oder vielmehr „den mutigen Visionären, die seine Eigenschaften besitzen“ – gewidmet. Kontakt

Brijuni through the Camera of an Admirer, Višnja & Marijan Anić

Manfred II. Mautner Markhof an Višnja Anić, Mai 2002

Beate Hemmerlein

Memoiren des Hans Bertele von Grenadenberg

31. Januar 2024/in Georg II. Anton Mautner von Markhof /von Beate Hemmerlein

Dipl. Ing., Dr. Techn., em. O. Prof. der techn. Universität Wien Hans Bertele von Grenadenberg  (*Görz 2.7.1903 / †Stockton-on-Tees 3.7.1984) war Ehemann von Marceline Mautner von Markhof (siehe auch „Hans und Marceline Bertele v. Grenadenberg – der Beginn einer großen Liebe“) sowie Schwiegersohn von Georg II. Anton und Emilie „Emy“ Reininghaus sowie Schwager von Georg III. „Buwa“ Mautner Markhof. Er war renommierter Elektrotechniker sowie leidenschaftlicher Uhrensammler und hatte sich auch als Uhrenhistoriker einen internationalen Namen gemacht.

Hans Bertele von Grenadenberg

Curriculum Vitae

1927

  • Ingenieursdiplom / TH-Wien

1931

  • Technisches Doktorat / TH-Wien
  • Bevollmächtigter / Elin Wien
  • Prokurist bei der Elact Studiengesellschaft der Elin

1938

  • Konstruktionschef im Röhrenwerk / Siemens Berlin

1943

  • Leiter der Abt. KS 5 (Sonderwaffen)

1945

  • Leitung des Techn. Referates der Unterbürgermeisterei / Berlin Schmargendorf

1947

  • Lehrauftrag für Stromtechnik / TH Wien
  • Member of the Board / Nevelin Croydon

1948

  • Associated Member /IEE London

1948/73

  • Editorial Adviser der Redaktion von DC (Höchstspannungs-Gleichstromübertragungen)

1952

  • Habilitierung in Stromtechnik / TH-Wien
  • Snell-Preis der IEE/London für HGÜ-Arbeiten (gemeinsam mit R. Tucker)

1954

  • Lektor an dem der Universität Londonaffiliierten Woolwich-Polytechnik
  • Special Lecturer for HVDC an der Manchester Faculty of Technology

1955

  • Fellow of the Institute of Physics / London

1956

  • Aufsichtsrat der Brauerei Schwechat

1958

  • Berufung als a.o.Prof. zum Aufbau des neuen Institutes für Industrielle Elektronik / TH-Wien

1959

  • Fellow des British Horological Institute / London

1960

  • Mitglied der Zweiten Staatsprüfungskommission / TH-Wien
  • Mitglied des Rotary Clubs / Wien-West

1961

  • Öst. Ingenieurkonsulent für Elektrotechnik
  • Mitglied des Hauptausschusses des ÖVE
  • Mitglied des techn. Fachdienstes im Bundeskanzleramt

1962

  • Vorstand des Außeninstitutes / TH-Wien
  • Vorstandsmitglied des Vereines der Freunde des Technischen Museums / Wien

1963

  • Ernennung zum Ordentlichen Professor / TH-Wien
  • Mitglied des Leitungsausschusses der „Freunde d. Technischen Museums“ / Wien

1964

  • Mitglied des Präsidiums des Österr. Wissenschaftlichen Forschungsrates

1965

  • Nominierung durch die USA- u. UdSSR-Delegationen bei der Belgrader Ionisationskonferenz zum Acting Chairman f. die VIII. Internationale Ionisationskonferenz 1967 in Wien

1966/67

  • Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik / TH-Wien

1967

  • Mitglied der IUPAP (Plasma-Subkommission)

1968

  • Mitglied der Öst. UNESCO-Kommission

1970

  • Fach.-Techn. Mitglied des Obersten Öst. Patent- und Marken-Senates

1972

  • Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
  • Korrespondierendes Mitglied des Coronelli-Weltbundes
  • Membre Permanent du Commitée de Parrainage / Musée International d’Horlogerie, La Chaux–de-Fonds
  • Aufsichtsrat der Vogelbusch Ges.m.b.H.

1973

  • 70. Geburtstag / Ende der Tätigkeit als ordentlicher Prof. an der TU-Wien

1974

  • Ernennung zum Ehrenpräsident der Öst. Gesellschaft für Vacuum Technik
  • Aufsichtsrat der St. Georgs Verwaltungs- und Beteiligungs Ges.m.b.H.

1976

  • Philipp-Matheus Hahn Medaille Dt. Gesellschaft für Chronometrie / Stuttgart

1977

  • Aufsichtsrat der Österr. Brau Holding-AG / Linz

1978

  • Member IEE / London

1979

  • Vicepräsident des Coronelli-Weltbundes

Die Niederschrift seiner Lebenserinnerungen wurde von seiner Tochter Ursula Bertele de Allendesalazar zur Verfügung gestellt und ist dahingehend aufbereitet, dass es dem ausschließlich an der Familiengeschichte interessierten Leser mühelos gelingen soll, die entsprechenden Passagen zu finden; sie sind im gesamten Text GELB markiert. Das Manuskript wird in den vom Verfasser selbst gewählten Zeitabschnitten seines Lebens veröffentlicht.

Erläuterungen der Herausgeberin Ursula Bertele von Grenadenberg de Allendesalazar

Vorwort des Hans Bertele von Grenadenberg

Geburt und frühe Kindheit / Goerz – Piazza Bertolini 1

Erinnerugen an Feldenhofen und die Feldenhofner Grossmama – Untersteiermark, meine Heimat.

Jugend und Studienzeit / 1914 – 1927

Gemeinsames Leben mit Mutti / 1928 – 1938

Berliner Zeit / Herbst 1938 – Juni 1945

Mit dem Fahrrad von Berlin nach Feldenhofen / 15. Juni – Ende Juli 1945

Verlassen von Feldenhofen und Flucht nach Österreich / 26. Dezember 1945 – Ende 1946

Familie in England / 1947 – Ende 1958

Nach England, das Leben in Wien / 1958 – Juni 1981

Leben allein / ab 1981

Hans von Bertele / Technisch-Wissenschaftliches Leben und Wirken

Otto Bertele v. Grenadenberg, Hans` Vater

Feldenhofen, Familiensitz der Bertele von Grenadenberg

Hans Bertele von Grenadenberg, Görz November 1905

Hans Bertele von Grenadenberg, Görz November 1905

Beate Hemmerlein

Ursula Bertele v. Grenadenberg und José Manuel

20. November 2023/in Georg II. Anton Mautner von Markhof /von Beate Hemmerlein

José Manuel Allendesalazar und Ursula im Salon der Botschaft, Stockholm im Dezember 1989.

Ursula Bertele von Grenadenberg Mautner von Markhof de Allendesalazar, schlichtweg „Ucki“, wie die liebenswürdige, bescheidene, lebens- und reiselustige Dame seit ihrer Kindheit von Familie und Freunden genannt wird, wurde als das sechste von sieben Kindern der Marceline Mautner v. Markhof und des Hans Bertele v. Grenadenberg am 7.12.1941 in Berlin geboren. Aufgrund der Kriegswirren wuchs sie die ersten Jahre bei ihrer Großmutter Emilie „Emy“ Mautner v. Markhof unter der Obhut des Kindermädchens Nana in Gaaden auf, bevor sie im August 1947 mit ihren Eltern nach England emigrierte, wo sie den Rest ihrer Kindheit und Jugend verbrachte. 1960 übersiedelte die Familie zurück nach Wien, wo sie den Familiensitz von Adolf Ignaz am Franziskanerplatz bezog. Nachdem sie im Dezember 1965 ihren spanischen Mann geehelicht hatte, begannen für sie viele Jahrzehnte des Reisens, die sie als Diplomatengattin in verschiedene Länder führten. Immer interessiert an den unterschiedlichsten Themen, verfasste sie über die Jahre hinweg vier Bücher in vier Sprachen. Ucki lebt seit dem Ableben ihres Mannes im Jahr 2008 vorwiegend in Madrid und Sepúlveda/Spanien. In der Folge erzählt Ucki über José Manuel und ihr gemeinsames Leben.

Es bereitet mir Freude, dass man mich gebeten hat über das Leben meines Mannes – und so auch zu einem Teil über das meine – zu berichten. Doch stelle ich fest, dass es keine leichte Aufgabe ist, das genau richtige Maß zwischen Zärtlichkeit und Sachlichkeit zu treffen.

José Manuel stammte von einer alteingesessenen Familie aus Guernica im Baskenland ab. Sein Großvater, Manuel Allendesalazar Muñoz de Salazar (1856 – 1923) war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein bedeutender Politiker und mehrfacher Minister sowie zweimaliger Ministerpräsident konservativer Regierungen gewesen. Sein Vater Andrés Allendesalazar, mit fast fünfzig Jahren bereits verwitwet und mit zwei Kindern gesegnet, heiratete ein weiteres Mal und so erblickte José Manuel noch knapp vor Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges, am 3.3.1935, das Licht der Welt. Kurz darauf gelangte sein Vater in die Gefangenschaft der Republikaner. José Manuel überlebte, im Garten des etwas entlegenen Familienbesitzes und unter dem zusätzlichen Schutz des Leibes seiner Mutter Carmen Loyzaga die Bombardierung von Guernica, die am 26. April 1937 stattfand. Noch vor Ende des Bürgerkriegs entkam sein Vater der Gefangenschaft und die Familie übersiedelte vorläufig nach Sevilla.

José Manuel Allendesalazar, Sevilla 1938

Als sich das Leben im verwüsteten Spanien dann langsam zusehends beruhigt hatte, nahm die Familie wieder ihren gewohnten Lebensrhythmus auf: die Sommer wurden in Guernica verbracht, der Rest des Jahres in Madrid. José Manuel wurde von einem Hauslehrer privat unterrichtet. Ein paar Jahre später übersiedelte man von Madrid nach San Sebastián. Eine von José Manuels schönsten Erinnerungen war es, von der Wohnung, welche direkt an einer Anhöhe oberhalb der herrlichen Bucht von San Sebastián lag, auf den berühmten  Strand La Concha zu blicken. Trotz seiner Vorliebe für diese Wohnung, in der er sogar ein ganzes Zimmer, in dem er seine Zinnsoldaten-Sammlung aufstellen konnte, für sich alleine hatte, kam bereits dem elfjährigen Buben das allzu sehr verhätschelte Leben mit den so lieben aber ihm uralt vorkommenden Eltern und dem Hauslehrer zu eingeschränkt vor. Er wollte unbedingt wie alle Gleichaltrigen eine Schule besuchen. Nur mit Mühe konnte er dies durchsetzen. Und so begann für ihn ein neues Leben: im Jesuiten Gymnasium in San Sebastián. Zwar hatte er damit einen großen Sieg errungen, doch zu seinem ebenso großen Leidwesen zog die Familie daraufhin in eine andere Wohnung in der Innenstadt. 1952, nach bestandener Matura übersiedelte die Familie nach Madrid, da sich José Manuel für das fünfjährige Jus Studium entschieden hatte. Die drei Sommermonate wurden wie immer in Guernica verbracht, aber José Manuel zog es bereits damals auch in die Ferne. In Frankreich bereiste er Pau, La Rochelle und Paris um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, später aus demselben Grund auch London und Dublin. Da er sich dazu entschlossen nach der Beendigung der Universität Diplomat zu werden, standen ihm eine Reihe sehr heftiger Prüfungen bevor, deren wichtiger Bestandteil auch Fremdsprachen waren.

Den Entschluss Diplomat zu werden hatte er nicht leicht gefasst, denn aufgrund seiner Liebe zu den Zinnsoldaten hätte er am liebsten eine Offizierslaufbahn eingeschlagen. Nur sehr langsam war er von dieser Idee abgekommen. Ab seinem 21. Lebensjahr absolvierte er zwei ganze Sommer hindurch seinen Militärdienst, da der Dienst für Studenten vorzugsweise auf 6 Monate beschränkt war. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Jus Studiums begann das Büffeln für die Staatsprüfung zur Aufnahme in die Diplomatische Akademie. Für die bevorstehende Prüfung des Jahres 1959 fand er sich genügend vorbereitet und trat – als einer von hunderten Anwärtern, die sich für ca. zwanzig Stellen beworben hatten – an. Er bestand nicht. Glücklicherweise für mich, wie sich ein wenig später herausstellen sollte. Doch diese Prüfung des Jahrgangs 1959 hatte auch verhängnisvolle Folgen. Mehrere der zwanzig aufgenommenen Kandidaten waren völlig unzulänglich vorbereitet gewesen und nur als Söhne oder Neffen von dem einen oder anderen Minister oder sonstiger einflussreicher Persönlichkeit durch Protektion durchgekommen. Es gab einen Skandal und als Franco davon erfuhr, geriet er in solche Wut, dass er die diesbezügliche Staatsprüfung einfach auf „unbestimmte“ Zeit einstellen ließ. Auf unbestimmte Zeit? Auf ganze vier Jahre! Die armseligen, hoffnungsvollen Kandidaten bereiteten sich jedes darauffolgende Jahr wiederholt auf diese Prüfung vor, die dann aber doch nicht stattgefunden hatte. José Manuels Eltern wollten ihm in dieser Zeit dazu verhelfen in einer der großen Banken von Bilbao unterzukommen, aber ihm war es aus eigener Kraft gelungen, eine Stellung in der Staatsverwaltung zu erlangen. Trotzdem studierte er immer brav weiter und nahm nun auch selbst Schüler auf. 1963 endlich wurde die so heiß ersehnte Staatsprüfung wieder angekündigt und José Manuel wurde mit dem zweitbesten Notendurchschnitt aufgenommen. Nach diesem Erfolg konnte der Sommer überglücklich mit endlosen Feiern begonnen werden und José Manuel kreiste munter mit seinem kleinen alten Seat 600 (spanischer Fiat), den er sich von seinen Ersparnissen nach neu erworbenem Führerschein gekauft hatte, durch die Gegend. Ende August hatte er zwei von seinen frisch gebackenen Diplomaten-Kollegen auf ein paar Tage nach Guernica eingeladen. Einer von ihnen schlug vor: “Fahren wir doch nach Santander. Dort, bei der dafür bekannten Sommeruniversität für Ausländer ist es recht lustig mit Schwedinnen und sonstigen hübschen jungen Mädchen anzubandeln.” “Setzt mich in Santander ab und versucht ihr zwei nur euer Glück,” meinte dazu einer der beiden Freunde, der ja von dort stammte.

Zu diesem Zeitpunkt war ich, gemeinsam mit einer Wiener Freundin, gerade für zwei Monate bei besagter Universität gelandet und entsprechend eines der hübschen Mädchen zum „Anbandeln“. Wir beide hatten am Dolmetsch Institut der Wiener Philosophischen Fakultät inskribiert und es noch nicht sehr weit gebracht. Bei den für uns verpflichtenden Philosophie Vorlesungen, begegnete ich manchmal auch meinem Onkel „Buwa“ Georg III. MM, der damals gerade seinen dritten Doktor machte. Besagte Freundin besaß einen kleinen roten Volkswagen, in dem wir Ende Juni 1963 munter “ins Blaue“ abfuhren. Doch nicht zu einem immer blauen spanischen Himmel, wie sich herausstellen sollte. Den ganzen Sommer hindurch regnete es fast ununterbrochen. Ich hatte ab August in eine private Unterkunft abseits der Universitätsherberge gewechselt, pflegte aber weiterhin netten Kontakt mit vielen der dortigen Studentinnen und besuchte sie noch öfters in der Herberge auf der kleinen Insel, untergebracht in den früheren königlichen Stallungen des ganz nahe gelegenen Schlosses. Trotz des Regens – hatte mich meine Jugend in England diesbezüglich ja abgehärtet – ging ich dort auch oft schwimmen. So auch am 23. August, als mich eine meiner schwedischen Freundinnen im Hof zur Seite nahm: “Du, würdest du mir einen Gefallen tun? Agneta und ich sind morgen mit zwei jungen Spaniern – angehende Diplomaten – verabredet, aber sie ist jetzt krank und kann nicht mitkommen. Ich will die jungen Männer nicht enttäuschen, wenn sie morgen nur eine Verabredung hier vorfinden.” Ich antwortete, dass es mir leid täte, ich aber bereits anderswertig verplant sei. Doch die Schwedin ließ nicht locker: “Aber es ist nicht am Abend, sondern für den Nachmittag. Sie haben vorgeschlagen hinüber nach Pedreña zum Golfplatz zu fahren und dort im Clubhaus einen Kaffee zu nehmen.” “Du ja, das ginge sich aus. Also bis morgen.” Weder José Manuel noch ich waren bei dieser ersten Begegnung von einander besonders eingenommen. Nach dem Golfclub waren wir vier dann noch im Hafen von Santander gegrillte Sardinen essen. Eine davon fiel mir vom Brot herunter, zuerst auf meine Bluse, dann auf meinen Rock und hinterließ dabei riesige unansehnliche Flecken. Insgesamt kein schöner Anblick. Adiós, adiós…

Aus unserem geplant zweimonatigen Aufenthalt wurden für meine Freundin und mich eineinhalb Jahre. Wir hatten uns in Madrid auf ein Abenteuer eingelassen: Im Zuge der nun rasch wieder aufblühenden spanischen Wirtschaft wurden uns – beide waren wir jeweils dreier bis vier Fremdsprachen kundig – bei der deutschen Handelskammer die Aufträge nur so nachgeworfen.

Und nun wieder zurück zu José Manuel. Er hatte noch zwei Jahre Studium an der Akademie vor sich, bevor er als vollwertiger Diplomat in die Ferne ausrücken konnte. Als zusätzliche Fremdsprache hatte er Russisch gewählt. Bereits 28 Jahre alt, war er bei den Eltern ausgezogen und wohnte in einer Studentenherberge. Wir trafen uns wieder, noch im selben Jahr, ganz zufällig auf einer Party. Und danach immer öfters. Die Weihnachtstage der Jahre 1963 und 1964 verbrachte ich zu Hause bei den Eltern in Wien. Beim zweiten Fest sah meine Mutter liebevoll zu, wie ich eifrig an einem großen dunkelgrünen Pullover strickte. Zu recht hatte sie etwas geahnt. Wie es scheint hat der Pullover gefallen, denn am darauffolgenden 16. Jänner 1965 konnte ich ihr berichten: “Mutti, wir haben uns verlobt!” Die meisten Kollegen José Manuels Jahrgangs wurden schon im Juni, gleich bei Abschluss des Studiums, ins Ausland versetzt. Nur die ersten fünf mit den besten Noten wurden vorläufig im Außenamt behalten. Glücklicherweise unter ihnen auch José Manuel. Unsere Hochzeit am 11. Dezember 1965 am Wiener Franziskanerplatz ist bereits beschrieben. Nach einer kurzen Hochzeitsreise auf die Kanarischen Inseln, zogen wir stolz in unsere kleine nagelneue Madrider Wohnung ein, die ich von den lieben Eltern als Mitgift in die Ehe einbrachte.

Im April 1966 wurde José Manuel mitgeteilt, dass er nach Lima versetzt werde. Wunderschön dachte ich. Furchtbar weit weg, aber ich hatte eine Vorliebe für lateinamerikanische Lieder gewonnen. José Manuel trat seinen neuen Posten als Konsul an und wurde dabei im Rang von einem Sekretär 3. Klasse zu einem 2. Klasse befördert. Wir verbrachten drei sehr schöne, lehrreiche und interessante Jahre in Lima. José Manuel hatte das Glück auf diesem ersten Posten unter zwei hervorragenden Botschaftern zu dienen, etwas, das man nicht hoch genug schätzen kann, denn viel färbt immer von den ersten Kontakten und Eindrücken ab. Immer im Auto unterwegs, machten wir verschiedene große, immer recht abenteuerliche Ausflüge in dem schönen Land. Einmal, noch ziemlich hoch oben in den Anden, kurz vor unserem Ziel Cajamarca, bei pechschwarzer Nacht, hatten wir einen “langsamen” Patschen. Wir hörten wie die Luft –  Gott sei Dank nur mühevoll – heraussäuselte. Die Höhe auf der wir uns befanden, die  unheimliche Stille und totale Einsamkeit waren mehr als Grund genug in Panik zu verfallen. Der aufrührerische kommunistische “Sendero Luminoso” war damals gerade kurz vor seinem Start. José Manuel hatte sicherheitshalber vorne im Handschuhfach eine  Pistole, aber ich glaube nicht, dass er in ihrem Gebrauch sehr geschult war. Die Dunkelheit machte es uns nicht leichter den Reifen zu wechseln und trotz der obligaten Fahrschullehre wussten wir sowieso kaum wie. Dennoch erreichten wir, auf Gott vertrauend und das Beste hoffend, Cajamarca unversehrt.

Im August 1969, kurz nach der Mondlandung, wurde José Manuel nach Washington DC versetzt. In der so optimistischen Zeit für die Amerikaner folgten auch für ihn beruflich äußerst fruchtbare Jahre mit vortrefflichen Botschaftern und Kollegen. DC sollte die größte Botschaft bleiben, der er während seiner Laufbahn diente. Wiederum begann er als Konsul und avancierte während der vier Jahre, die wir in Washington verbrachten, zum Sekretär 1. Klasse. Für mich war es besonders schön mitzuerleben, wie sehr José Manuels Vorgesetzte ihn nicht nur für seine Leistungen, sondern vielmehr auch als Mensch schätzten. Als dann einer der Botschafter, mit dem gemeinsam wir in Lima stationiert gewesen waren, nach Ägypten versetzt wurde, bat er José Manuel mit ihm nach Kairo zu kommen. Obwohl José Manuel auch ihn seinerseits sehr schätzte, lehnte er dankend ab. Das faszinierende Leben und Treiben in Washington war ihm viel zu lieb, als es nach kaum einem Jahr wieder aufzugeben.

Nach Washington wurde er für drei Jahre nach Stockholm berufen. Für alle Mitarbeiter der dortigen Botschaft eine schwierige Position, denn die schwedische Regierung wetterte fortwährend gegen das Franco-Regime und mit dem Außenamt gab es kaum Kontakt. Beinahe jeden Sonntag erschienen Demonstranten vor der Residenz, vor allem chilenische Flüchtige, die nach dem Sturz von Salvador Allende im Jahr 1973 in Schweden aufgenommen worden waren und für den Aufmarsch bezahlt wurden. Nachdem Ministerpräsident Olof Palme, mit Sparbüchse und einem Plakat “Freiheit für Spanien” vor Stockholms größtem Kaufhaus auf und ab gewandert war, zog Spanien den Botschafter aus Schweden ab und José Manuel wurde zum Chargé d’Affaires ernannt. Zu diesem Zeitpunkt jedoch lag er mit einer Rückgratinfektion schwer erkrankt im Spital. Schwedens anerkanntester orthopädischer Chirurg rettete ihm nicht nur das Leben, sondern bewahrte ihn auch vor dem Rollstuhl. Wir beide danken dies Schweden ein Leben lang. Die schwedische Regierung blieb Spanien gegenüber auch über den Tod Francos (20. November 1975) hinaus weiterhin misstrauisch, obwohl José Manuel sein Bestes tat, um das Eis zu brechen. Zum Glück hatte er sich nach dem schweren Eingriff wieder vollkommen erholt, denn es war zwar eine interessante aber doch recht anstrengende Zeit für ihn.

Den Posten des Chargé d’Affaires sollte er bis zu seiner Rückkehr ins Außenamt nach Madrid, Mitte Juni 1976, behalten. Die darauffolgenden neun Jahre blieb José Manuel im Außenamt, in den letzten beiden Jahren leitete er als Generaldirektor die Abteilung für Nordamerika und Pazifik, der er nach seiner Rückkehr zugeteilt worden war. Dazwischen hatte er zwei hektische Jahre in der Presseabteilung verbracht, wo er mitunter auch offizielle Auslandsbesuche von König don Juan Carlos I. und der Königin dona Sofía in situ vorbereitete und an manchen dann auch teilnahm. Dies führte ihn zu einigen Ländern in Süd- und  Zentralamerika, nach China und Kanada, nach Belgien und auch zum Staatsbesuch nach Österreich. Zum Opernball, der am Ende des Programms stand, wurde auch ich sehr netterweise eingeladen. Ein wunderschönes Erlebnis, oben in der Mittelloge, mit der Erinnerung an zwei Bälle, die ich in weißem Kleid und mit kleiner Krone unten am Parkett miteröffnet hatte.

Diese neun Jahre in Madrid waren für José Manuel hochinteressant und bildeten einen Höhepunkt seiner Karriere. Sie umfassten die gesamten Jahre, die in Spanien als die Übergangszeit bezeichnet werden und die ersten Jahre der sozialistischen  Ministerpräsidentschaft von Felipe González. Als Generaldirektor u. a. für Nordamerika nahm José Manuel einige Male an den Verhandlungen, die González mit der Regierung der Vereinigten Staaten, die damals unter Reagan stand, teil.

1984 wurde er zum außerordentlichen Botschafter ernannt, um Spanien bei der Unabhängigkeitsfeier von Brunei zu repräsentieren. Im selben Jahr wurde er auch zu einem offiziellen Besuch nach Südkorea eingeladen. Mehr als diese paar Details kann ich hier nicht wiedergeben, mehr würde ein ganzes Buch füllen.

Im Jänner 1985 wurde José Manuel zum Botschafter für Schweden ernannt und im darauffolgenden Monat auch zum Botschafter und Leiter der Delegation zur Konferenz für Sicherheit und Abrüstung, die seit Jänner 1984 in Stockholm tagte. So konnte er erst im März seinen neuen Posten antreten, weil darüber hinaus Ende Februar der Staatsbesuch von Naruhito, dem damaligen Kronprinzen von Japan stattfand, dessen Vorbereitung ebenfalls ihm oblag. In Stockholm hatte sich seit seiner letzten Amtszeit die Stimmung gegenüber Spanien verändert. Bald nach José Manuels Ankunft fand der offizielle Besuch von Felipe González statt.

José Manuel Allendesalazar mit Don Juan Carlos, König von Spanien (vorne links)

José Manuel Allendesalazar, Baudouin (König von Belgien), Jean (Großherzog von Luxemburg mit Frau Josephine Charlotte), Fabiola (Königin von Belgien), Don Juan Carlos und Ursula (von links nach rechts). Stockholm, 30. April 1986.

Nach beinahe weiteren fünf Jahren, überfüllt mit vielen denkwürdigen Ereignissen, erwarteten wir täglich die Nachricht seiner Versetzung. Noch Anfang Juni buchten wir einen Charterflug nach Kreta, bei dem man direkt von Stockholm nach Chania flog und dabei über Jugoslawien. Auf dem langen Flug machte jeder von uns beiden, zum Zeitvertreib, eine Liste mit Ländern, in die wir gerne ziehen würden und in welche nicht. Jugoslawien schien dabei nirgends auf, wurde völlig ausgeblendet. Gleich nach unserer Rückkehr von Kreta erfuhren wir von José Manuels Versetzung nach Belgrad und dass er zusätzlich auch als Botschafter für Albanien ernannt worden war.

José Manuel Allendesalazar und Papst Johannes Paul II., Stockholm Juli 1990

Jugoslawien. Als José Manuel dort seinen Posten im September 1990 antrat, war das Zerbröckeln des Vielvölkerstaates schon weit vorangeschritten. Eine spanische Ausstellung über die erfolgreiche Übergangszeit des Landes, wurde einige Monate später möglichst weit weg vom belebten Belgrader Zentrum aufgestellt. Sie landete in einem unscheinbaren trostlosen Lokal in Zemun, am anderen Ufer der Save (ehemals Teil von Altösterreich). Neben seinem Antrittsbesuch vor Milošević in Belgrad, war es José Manuel noch gelungen in weiteren drei der insgesamt sechs Teilstaaten einen offiziellen Besuch abzustatten: Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzogowina. Montenegro und Mazedonien waren sich nicht mehr ausgegangen, denn im September 1991 zogen schon die Panzer gegen Kroatien. Am 16. Mai 1992 verließen alle Botschafter der EWG und der Vereinigten Staaten als Protest gegen Milošević Belgrad.

Wir kehrten nach Madrid zurück. José Manuel war weiterhin noch für einige Zeit Botschafter für Albanien, wo er im März des vorangegangenen Jahres seinen Antrittsbesuch gemacht hatte, den man regelrecht als abenteuerlich bezeichnen kann. Insgesamt hatten wir eine Woche in Tirana verbracht. Es war Usus der dortigen Regierung dem jeweiligen Botschafter mitzuteilen, dass Präsident Ramiz Alia ihn ab einem „gewissen Tag“ empfangen würde. Der entsprechende Botschafter fuhr also nach Tirana, wartete vier Tage geduldig auf die Berufung; am fünften Tag ließ er wissen, dass er wegen dringender Geschäfte wieder abreisen müsse. Prompt darauf kam die Antwort, dass man ihn am nächsten Tag empfangen würde… Im Juli 1992 kehrte José Manuel nochmals offiziell nach Albanien zurück, um der Regierung Spaniens Hilfspaket zu übergeben.

Im folgenden Jahr, im April 1993, erhielt José Manuel den hoch interessanten und sehr begehrten Posten des Generalkonsuls in New York City. Dieser wurde zu seinem Lieblingsposten. Nach New York folgten ab August 1998 vier Jahre als Generalkonsul in Frankreich, in Pau, im Südwesten des Landes. Pau, als Hauptstadt der Provinz Pyrénées-Atlantiques, hatte damals im Zusammenhang mit der zeitweiligen französischen Unterstützung der Terroristengruppe ETA politische Schwierigkeiten mit Spanien. Eine hausgemachte Bombe wurde einmal früh morgens vor dem Eingang zum Konsulat gefunden und konnte noch rechtzeitig deaktiviert werden. Nicht ungefährlich, da Konsulat und Residenz im selben Gebäude untergebracht waren und sich das Schlafzimmer des Konsuls oberhalb des Eingangs zum Konsulat befunden hatte. Ansonsten bestand die dortige Arbeit mehrheitlich aus kulturellen Belangen und dem Bestreben die historische Eisenbahnstrecke Pau-Somport–Pyrenäen wieder in Gang zu setzen. Insgesamt waren es vier schöne Jahre, die José Manuels Auslandskarriere beendeten und die Nähe zu Spanien wirkte sich positiv auf das Instandsetzen des zukünftigen Zinnsoldaten-Museums aus.

All die vielen langen Jahre hindurch war der größte Teil seiner schönen Zinnsoldaten-Sammlung zu einem Dornröschenschlaf verurteilt gewesen. In Schuh- und Zigarrenschachteln, sorgsam in Seidenpapier verpackt, wurden sie zuerst im Elternhaus in Guernica verwahrt und dann im Abstellraum des Kellers, den wir gemeinsam mit dem Kauf einer neuen Wohnung in Madrid erworben hatten. Einige Stücke aber führte José Manuel immer mit sich und kaufte auch während diverser Reisen weitere bei Antiquaren in London, Paris und auch Wien ein. 1994 realisierte sich sein Traum. Wir erwarben in der kleinen historischen Stadt Sepúlveda, unweit von Madrid, ein kleines Haus, das der Sammlung als Museum dienen sollte. Nach einer vollkommenen Renovierung 1998 und bald darauf auch mit Vitrinen ausgestattet, war das Gebäude bereit, seine neuen kleinen Bewohner aus Zinn und Blei aufzunehmen. Im März 2005 trat José Manuel seinen Ruhestand an und konnte auf eine interessante und erfüllte Laufbahn zurückblicken. Am 1. Mai 2003 öffnete das Museum erstmals seine Pforten. Ich habe bisher immer von Zinnsoldaten gesprochen aber José Manuel gab dem Museum ausdrücklich den Namen „Museo de figuras de juguetes antiguas“, kurz FiJAS (“Museum alter Spielfiguren”), da rund 30 % der Sammlung aus Zivilfiguren besteht. Es wurde ein schöner Erfolg und von Groß und Klein genossen. José Manuel erfreute sich an ihm bis zu seinem allzu frühen Tod, fünf Jahre später, am 19.6.2008. Er verstarb im Alter von 73 Jahren in Madrid an einem Herzinfarkt – für den Betroffenen die barmherzigste Art in das ewige Leben hinüber zu gehen.

José Manuel Allendesalazar vor seinem „Museo de figuras de juguetes antiguas“ in Sepúlveda/Spanien.

José Manuel Allendesalazar (Mitte) bei der Eröffnung seines „Museo de figuras de juguetes antiguas“, 1. Mai 2003.

José Manuel war ein Leben lang immer rege an Geschichte interessiert und hinterließ mehrere Bücher. Das erste schrieb er in Washington, es behandelt den Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898. Es beschreibt den rasch voranschreitenden Imperialismus der Amerikaner und das endgültigen Ende Spaniens als Weltmacht, welches durch den Verlust von Kuba und den Philippinen besiegelt wurde. Das Buch fand einen großen Leserkreis. Auch schrieb er über die politische Lage zu Zeiten seines Großvaters und sein Büchlein über Zinnsoldaten wird jetzt noch von Sammlern und Kennern als die „spanische Bibel” hinsichtlich der Materie beschrieben.

José Manuel Allendesalazar über den Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898, 1974

José Manuel Allendesalazars Spanische Bibel zum Thema Zinnsoldaten, 1978

José Manuel Allendesalazar zum Thema der politischen Lage der Jahre 1907 – 1909 in Spanien, 1990

José Manuel Allendesalazar über den rasch voranschreitenden Imperialismus der Amerikaner und das endgültigen Ende Spaniens als Weltmacht, 1996

Was José Manuel und mich betrifft: Es gibt den Spruch, man muss im Leben ein Kind in die Welt setzen, einen Baum anpflanzen und ein Buch schreiben. Sowohl er als auch ich haben nicht nur mehrere Bäume angepflanzt und mehrere Bücher geschrieben, der Kindersegen jedoch wurde uns leider verwehrt. Doch kann ich aus ganzem Herzen sagen, dass ich jedem Ehepaar eine solch´ glückliche Ehe wünsche, wie sie uns zuteil wurde.

Ursula de Allendesalazar, Spanien im Herbst 2023

José Manuel Allendesalazar am Gipfel des Monte Oíz

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